Ein guter Beschluss - Zur Entscheidung des Stadtrates für ein kostenloses Mittagessen
Der Stadtrat hat beschlossen, ab dem 1. Januar 2012, die Mittagsmahlzeit für Kinder aus
einkommensschwachen Familien in den Grundschulen und Kindertagesstätten der Stadt kostenlos zu
stellen. Um diesen Beschluss gab es eine kontroverse Diskussion, die noch nicht beendet ist. Die
SPD-Fraktion wird dafür kämpfen, dass der Beschluss zum neuen Jahr in Kraft tritt. Die Medien
stellen die Debatte vor allem als wahltaktisches Geplänkel dar und geben das Sachproblem
bestenfalls verkürzt wieder. Das wird der Sache nicht gerecht.
Etwa 7.000 Kinder im entsprechenden Alter haben Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und
Teilhabepaket des Bundes. In dessen Rahmen erhalten sie einen vom Bund finanzierten Zuschuss zu den
Kosten des Mittagessens in Kindergarten und Schule. Pro Essen verbleibt ein Eigenanteil von einem
Euro. Es gibt viele Gründe, aus denen Kinder nicht an der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung
teilnehmen. Das gilt vor allem in der Schule und hier besonders für die älteren Schüler. Bei den
Grundschülern essen zwei Drittel der Kinder in der Schule. Von den Grundschulkindern aus
einkommensschwachen Familien tut das aber weniger als die Hälfte, während von den Kindern aus
bessergestellten Familien mehr als drei Viertel mittessen. Es liegt auf der Hand, dass vor allem
die Kosten über die Essensteilnahme entscheiden. In den Kindertagesstätten essen 80% der
nachmittags betreuten Kinder mit. Aber viele Eltern, die auf Transfereinkommen angewiesen sind,
holen die Kinder vor dem Mittagessen ab. Auch hier wäre es naiv zu glauben, es wären nicht
vorwiegend Kostengründe die Ursache.
Auf Eltern mit niedrigen Einkommen lastet eine höhere Verantwortung als auf anderen. Sie
müssen sparsam sein, um nur für die Grundbedürfnisse ihrer Kinder sorgen zu können. Viele sind
dieser Verantwortung gewachsen, andere nicht im vollem Umfang. Deswegen hungern Kinder in Halle –
inmitten allen Wohlstands und trotz aller sozialer Sicherung. Wir wollen, dass alle Kinder,
unabhängig von Einkommen und Verhalten ihrer Eltern gleiche Chancen haben, gesund aufzuwachsen. Wir
wollen nicht, dass Kinder für die Versäumnisse ihrer Eltern in Haftung genommen werden. Deshalb ist
der Beschluss zum kostenlosen Mittagessen gut und deshalb muss er in Kraft treten.
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Neues Stadion – Impuls für die gesamte Stadt
Fußball gehört zu einer Großstadt
Die Eröffnung des neuen Stadions ist ein weiterer Impuls für die Stadtentwicklung. Gab es im
Zusammenhang mit der Beschlussfassung im Stadtrat auch manch kontroverse Diskussion, muss man
anerkennen, dass die bevorstehende Eröffnung viele Hoffnungen und Erwartungen nährt. Der Fußball,
hat ohne Zweifel seine Anhänger ebenso wie die Oper. Mitunter soll es auch Zeitgenossen geben, die
sich für beides begeistern können. Dieses Miteinander zu akzeptieren, trotz angespannter
Haushaltslage und vielfältigen anderen Problemen, sollte auch in einer Stadt wie Halle möglich
sein.
Neubau war notwendig
Die Situation im alten Kurt-Wabbel-Stadion hat zum Handeln gezwungen. Ein Spielbetrieb wäre
wegen der Auflagen des Deutschen Fußballbundes selbst in der 4. Liga nur noch stark eingeschränkt
möglich gewesen. In einer großen Kraftanstrengung der Stadt, unter Beteiligung des Landes, konnte
sowohl durch die Bauarbeiten für die Zwischennutzung des Stadions Neustadt, als auch mit dem neuen
Sportpark die Sportstättensituation der Stadt deutlich verbessert werden. Das neue Stadion als „
Schmuckkästchen“ wird sowohl heutigen als auch künftigen Anforderungen gerecht. Durch die
konstruktive Lösung, die alten Umfassungsmauern zu erhalten, werden denkmalpflegerische Aspekte
berücksichtigt und es gelingt eine gute Anpassung an das städtebauliche Umfeld. Das Energiekonzept
unter Einbeziehung von Photovoltaik-Paneelen spricht für die Nachhaltigkeit des Vorhabens. An der
Miete und den Betriebskosten hat sich der HFC als Hauptnutzer zu beteiligen. Neben einem auch
bisher gezahlten Zuschuss der Stadt, ist durch Sponsoringeinnahmen für die nächsten 10 Jahre ein
Defizitausgleich bei der Betriebsgesellschaft vereinbart worden.
Wünsche zur Eröffnung
Für die Zukunft bleiben drei Wünsche mit der Stadioneröffnung verbunden. Es sollte gelingen,
zusätzliches Interesse von Kindern und Jugendlichen am Sport zu wecken. Die sportlichen Ziele des
HFC sollten baldmöglichst Realität werden und die Berichterstattung über Ereignisse im Stadion bzw.
im Umfeld sollte ausschließlich vom Fußballsport geprägt sein.
September 2011
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Ohne Sinn und Verstand
Der Europäische Rat hat 2008 mit der Luftqualitätsrichtlinie eine Vorschrift geschaffen, die
sich einem ernsten Problem widmet: Der steigenden Belastung der Luft durch Schadstoffe und
Feinstaub besonders in den Großstädten. Die Richtlinie geht davon aus, dass die Menschen Anspruch
auf saubere Luft an ihrem Wohnort haben. Sie sieht vor, dass dort, wo die Belastung mit
Luftschadstoffen und Feinstaub festgelegte Grenzwerte überschreitet, Maßnahmen zur Luftreinhaltung
zu ergreifen sind.
In Halle wurden 2010 und 2011 die Werte für Feinstaub und Stickstoffoxide an einer der fünf
Messstationen überschritten. Das Land ist daher in der Pflicht, einen Luftreinhalteplan zu
erstellen. Anstatt Maßnahmen anzuordnen, die zu weniger Schadstoffemissionen in dem von der
Grenzwertüberschreitung betroffenen Gebiet an der Paracelsusstraße führen können, hat das Land
einen Teil des Stadtgebiets, nicht aber die Paracelsusstraße zur Umweltzone erklärt. Das
beeinflusst nur einen Verursacher von Schadstoffen und Feinstaub, den Autoverkehr. Genauer wirkt es
sich nur auf den Schwerlastverkehr aus, der Halle durchfährt. Der PKW-Verkehr ist praktisch nicht
betroffen, weil nur 2 % der PKW die Richtwerte nicht erfüllen und die ortsansässigen Betriebe,
Händler und Spediteure in der Regel Ausnahmegenehmigungen erhalten werden. Der gesunde
Menschenverstand würde nahelegen, den durchgehenden Schwerlastverkehr durch die Paracelsusstraße zu
unterbinden. Dort ist in Zukunft eher mit mehr Verkehr zu rechnen als bisher. Das gilt auch für das
Gebiet um die Freiimfelder Straße. Im Ergebnis der Umweltzone wird die Belastung in der Altstadt
kaum sinken. Dort wo sie hoch ist, wird sie steigen und mindestens ein bisher geringer betroffenes
Stadtgebiet wird höher belastet werden.
Die Stadt hatte dem Land bereits 2010 Vorschläge für einen wirklichen Luftreinhalteplan
unterbreitet. Sie wurden samt und sonders abgelehnt. Mit einer Umweltzone erfüllt das Land pro
forma die Pflicht, etwas zu unternehmen. Aber wenn in Magdeburg behauptet wird, die Umweltzone
werde die Luftqualität verbessern, geschieht das wider besseren Wissens. Dass vielerorts in
Deutschland ähnlich verfahren wird, ist keine Entschuldigung. Der Europäische Rat ist sicher davon
ausgegangen, dass seine Richtlinie vor Ort mit Sinn und Verstand vollzogen und nicht durch nutzlose
Symbolpolitik entwertet wird.
August 2011
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Straßennamen
Mit knapper Mehrheit lehnte der Stadtrat einen Antrag von CDU und SPD ab, dessen Ziel die
Einrichtung einer Arbeitsgruppe war, in der Vertreter aller Fraktionen gemeinsam Vorschläge zur
Benennung von Straßen erarbeiten sollten, die danach vom Stadtrat zu beschließen wären. Der
gegenwärtige Zustand ist durchaus unbefriedigend, wenigsten für eine Universitätsstadt mit
1200jähriger reichhaltiger Geschichte. Der Geist einer Stadt zeigt sich schließlich auch darin,
dass sie sich durch Straßennamen für jedermann sichtbar zu Menschen bekennt, die ihr etwas
bedeuten, seien es nun Bürgerinnen und Bürger, Künstler, Wissenschaftler oder Politiker, Helden
oder Opfer.
Die bisherigen Namensvorschläge kommen -sieht man von den zahlreichen Umbenennungen Anfang der
90er Jahre ab- meist aus der Verwaltung, und der Stadtrat folgt ihr. Doch die Verwaltung geht einen
eher technokratischen und für sie möglichst bequemen Weg, über den sich niemand aufregen soll, über
den möglichst nicht diskutiert, bei dem also auch wenig gelernt werden kann. So kam es massenweise
zu Straßen, die nach Blumen und Kräutern, Edelsteinen und Flüssen usw. benannt sind. Niemand nimmt
daran Anstoß, auch der Stadtrat nicht. Im Einzelnen ist schließlich nichts dagegen zu sagen. Doch
das hat eine Stadt wie Halle nicht verdient. Sie sollte den ihr innewohnenden Geist und ihre
Geschichte auch im Straßenbild und den Adressen der Bürgerinnen und Bürger zeigen.
An der Suche nach Namen könnten sich viele Institutionen sowie die Stadtöffentlichkeit
beteiligen. Natürlich sind auch Umbenennungen möglich und von Fall zu Fall sinnvoll. Praktisch ist
der Entscheidungsspielraum zwar gering, doch dieser kann und sollte voll genutzt werden.
Diskussionen darüber gab es auch während der vergangenen Jahre immer wieder. Das tat und tut einer
lebendigen Stadt letztlich gut.
Der Umgang mit solchen Fragen und den entsprechenden Entscheidungen ist bisher viel zu kraft-
und mutlos. Alles zu belassen wie es ist und bei jeder kleinen Veränderungsmöglichkeit im Zweifel
der Verwaltung zu folgen steht einem Stadtrat und der Bürgerschaft nicht gut an. Vielleicht gibt es
ja doch noch eine offene Diskussion und ein Umdenken.
Juni 2011
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Baumschutz mit Augenmaß
Grünanlagen, Bäume und andere Gehölze zählen zu den unverzichtbaren Faktoren für die
Lebensqualität in einer Großstadt. Besonders Bäume stehen deshalb unter öffentlichem Schutz. Es
stellt einen meist sichtbaren Eingriff in die Stadtlandschaft dar, wenn ein Baum gefällt wird. Eine
als Ersatz gepflanzter neuer Baum, braucht meist Jahre, bis er das Erscheinungsbild seines
Vorgängers tatsächlich ersetzt. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass weder im öffentlichen Raum
noch auf Privatgrundstücken Bäume gefällt werden dürfen, wenn dies nicht notwendig ist.
Die geltende Baumschutzsatzung trägt diesem Gedanken Rechnung. Die in Vorbereitung befindliche
Neufassung dieser Satzung wird darum keine grundsätzlichen Änderungen mit sich bringen. Dennoch
stehen einige wichtige Einzelfragen zur Debatte. So wird die SPD-Fraktion sich dafür einsetzen,
dass Ersatzpflanzungen im öffentlichen Raum in der Regel auch dort geschehen müssen, wo die
Fällungen stattgefunden haben. Wenn beispielsweise Straßenbäume in einem Wohngebiet in der
Innenstadt fallen, reicht es nicht aus, dass die Ersatzpflanzungen in einem großen Grünzug am
Stadtrand getätigt werden.
Ein weiteres diskussionswürdiges Problem stellt aus Sicht unserer Fraktion die Behandlung von
Bäumen auf selbstgenutzten Privatgrundstücken dar. Hier haben in vielen Fällen, Eigentümer Bäume
gepflanzt oder vorgefunden, die vor Jahrzehnten das Grundstück schmückten, inzwischen aber das
Grundstück komplett verschatten und dem Wohnhaus das Licht nehmen. Die geltende Baumschutzsatzung
sieht hier einen sehr weitgehenden Ermessensspielraum des Umweltamtes bei Fällgenehmigungen vor.
Diesen Spielraum wollen wir zugunsten fester Kennzahlen ändern, die mehr zu Verlässlichkeit für die
Antragsteller führen.
Für überflüssig halten wir die Regelung, die private Grundstückseigentümer zwingt, bei
Ersatzpflanzungen ausschließlich Bäume aus Baumschulen zu verwenden. Diese Vorschrift soll sichern,
dass die als Ersatz gepflanzten Bäume auch dauerhaft anwachsen. Das aber kann jeder erfahrene
Gärtner mit selbst gezogenen Bäumen gleicher Qualität auf seinem eigenen Grundstück
sichern.
Baumschutz bedarf konsequenter Durchsetzung, aber auch Augenmaßes. In diesem Sinne wird die
SPD-Fraktion sich aktiv und ohne ideologische Scheuklappen in die anstehende Beratung der
neuen Baumschutzsatzung einbringen.
Mai 2011
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Sichern, dass alle Brunnen sprudeln
In der warmen Jahreszeit gehören die städtischen Brunnen und Wasserspiele unverzichtbar zum
Stadtbild Halles. Viele sind von hohem künstlerischem Wert, prägen Plätze der Stadt und sind
beliebte Orte des Aufenthalts und der Entspannung. Die öffentliche Reaktion auf die Ankündigung,
die Brunnen könnten in diesem Jahr teilweise nicht in Betrieb genommen werden, hat gezeigt: Die
Hallenserinnen und Hallenser mögen ihre Brunnen und sind bereit sich zu engagieren. Die Freunde der
Fontäne auf der Peißnitz sind längst nicht mehr allein. Für vier Wasserspiele, darunter die
Goldsole auf dem Marktplatz und den Buna-Brunnen, haben sich Paten gefunden, die im Jahr 2011 den
Betrieb der Brunnen finanzieren.
Auswirkung der Haushaltsnotlage
Bereits 2009 und 2010 musste die Stadt darauf verzichten, alle Brunnen Halles in Betrieb zu
nehmen. Das geschah nicht, um die Bürgerinnen und Bürger zu ärgern. Angesichts nicht ausgeglichener
Haushaltpläne ist die Verwaltung vielmehr seit Jahren gezwungen, alle Ausgaben auf den Prüfstand zu
stellen. Das Landesverwaltungsamt als Aufsichtsbehörde verlangt, dass Geld möglichst nur für Dinge
ausgegeben wird, zu denen die Stadt durch Gesetze oder Verträge verpflichtet ist bzw. die zur
Aufrechterhaltung der städtischen Lebensfunktionen absolut notwendig sind. Das gilt unabhängig
davon, ob die Einsparungen sinnvoll sind oder wirklich zum Haushaltsausgleich beitragen. Es ist
vollkommen klar, dass ein Defizit von 20 oder 30 Millionen Euro nicht behoben wird, wenn die
Brunnen trocken bleiben. Auch klar ist, dass der Verlust an Lebensqualität in keinem Verhältnis zur
Höhe der Einsparung steht. Aber die Regeln, die sich aus der Gemeindehaushaltsverordnung ergeben,
wirken hier unnötig starr und letztlich lebensfremd.
SPD-Fraktion: Brunnen an die HWS übertragen
Auch in den kommenden Jahren muss die Stadt damit rechnen, Beschränkungen in ihrer
Haushaltsführung auferlegt zu bekommen. Wie bei vielen sogenannten freiwilligen Ausgaben wäre auch
bei den Brunnen in jedem Jahr unsicher, ob Geld eingesetzt werden darf, oder nicht. Eine
Übertragung des Betriebs der Brunnen an die Hallesche Wasser- und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) durch
Vertrag kann diese Unsicherheit beenden. Die SPD-Fraktion wird im April einen entsprechenden Antrag
in den Stadtrat einbringen, damit 2012 klar ist: Alle Brunnen sprudeln.
April 2011
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Umbau in Sicht
SPD-Stadtratsfraktion diskutierte mit Bürgern den geplanten Umbau des Steintorplatzes
Die Kreuzung am Steintor war zu DDR-Zeiten Schwerpunkt der Ausbildung von Verkehrspolizisten
zur Regulierung des Kreuzungsverkehrs und der Höhepunkt einer halleschen Fahrprüfung. Bereits
damals galt er für Fahranfänger und Auswärtige als besondere Herausforderung. Seit Jahren stößt die
Durchlassfähigkeit des Platzes für den Autoverkehr besonders im Berufsverkehr an ihre Grenzen.
Fußgänger und Radfahrer müssen sich irgendwie zwischen Straßenbahn und Autos über den Platz
bewegen. Mobilitätsbehinderte Menschen können ihn praktisch nicht überqueren.
Handlungsbedarf wächst
Mit der Ansiedlung des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums der Universität wird ab
2015 der Verkehr am Steintor weiter zunehmen. Vor diesem Hintergrund plant die Stadt, den Platz bis
Ende 2014 umzubauen. Es gilt, eine zentrale Haltestelle für die Straßenbahn zu schaffen, den
unübersichtlichen Knoten zwischen Großer Steinstraße, Ludwig-Wucherer-Straße, Berliner Straße,
Paracelsusstraße und Magdeburger Straße baulich zu ordnen und Überwege für Fußgänger und Radfahrer
auf dem gesamten Platz zu schaffen. Diese Grundzüge der Planung stehen seit langem fest. Viele
Details aber sind noch zu diskutieren. Aus diesem Grund lud die SPD-Stadtratsfraktion am 3. März zu
einem Bürgerforum in ein.
Lebhafte Diskussion
Unter Moderation von Dr. Mario Kremling stellten Bürgermeister Dr. Thomas Pohlack und der
Technische Vorstand der HAVAG, Herr René Pietsch die Überlegungen zur Verkehrsführung am Steintor
vor. Stadt und HAVAG streben die Einrichtung einer zentralen Haltstelle für die Straßenbahnlinien
aus allen Richtungen in der Großen Steinstraße an. In Richtung Berliner Straße / Paracelsusstraße
soll ein Kreisverkehr die unübersichtliche Kreuzung ersetzen. Stadtrat Thomas Felke verwies auf die
Chance, am Programm „Stadtbahn 2025“ des Bundesverkehrsministeriums teilzunehmen und so einen hohen
Fördermittelanteil zu sichern. In einer lebhaften Diskussion gaben Bürgerinnen und Bürger viele
Hinweise zu einzelnen Fragen. Breite Einigkeit gab es darüber, dass ein Umbau des Platzes notwendig
ist und dass die grüne Platzmitte mit dem schönen Baumbestand erhalten werden muss. Es bestand auch
Konsens darüber, dass es sich lohnt, Verkehrsprojekte frühzeitig öffentlich vorzustellen und zu
besprechen. Die SPD-Stadtratsfraktion wird am Thema bleiben und die Planungen zum Umbau des
Steintorplatzes weiter begleiten.
März 2011
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Geschlossenes Handlungskonzept erforderlich
SPD-Fraktion für Diskussion über notwendige Verbesserung des Grundwassermanagements für
Halle-Neustadt
Die SPD-Fraktion unterstützt, dass die Verwaltung Schlussfolgerungen aus dem jüngsten
Hochwasser zieht und alles für die Instandhaltung der Brunnengalerie unternimmt. Das Funktionieren
der Brunnengalerie ist auch dann notwendig, wenn die Saale Normalwasser führt. Außerdem ist es
erforderlich, bei den geplanten Baumaßnahmen am Gimritzer Damm auch den parallel verlaufenden Deich
zu erneuern und an Hochwasserereignisse wie das jüngste anzupassen.
Das Hochwasser hat offenbart, dass die Stadt mittelfristig eine grundsätzliche Erneuerung des
Systems der Grundwassersenkung für den Ostteil Halle-Neustadts anstreben muss. Fast fünf Jahrzehnte
nach Inbetriebnahme der Brunnengalerie ist das Pumpensystem technisch veraltet. Mittelfristig ist
es erforderlich, über alternative Modelle der Grundwasserhaltung nachzudenken. Die SPD-Fraktion
meint: Dafür sollte die Stadt die vom Land eingesetzten Arbeitsgruppen nutzen, die landesweit
Ursachen und Lösungen für angestiegene Grundwasserpegel untersuchen. Das komplexe System der
Grundwasserhaltung erfordert eine sorgfältige Herangehensweise.
Neue Brunnen und Pumpen würden die Stadt für viele Jahre auf diese Art des
Grundwassermanagements festlegen. Eine technische Erneuerung der Brunnengalerie durch neue Brunnen
und moderne Pumpsysteme könnte die Leistungsfähigkeit der Galerie verbessern und die Kosten für
ihren Betrieb senken. Die Verwaltung sollte dem Stadtrat aber auch Alternativen zu dieser Variante
vorlegen. Eine Schlitzwand aus Ton, beispielsweise, könnte für eine dauerhafte Sicherung des
Stadtteils vor zu hohem Grundwasser sorgen, ohne dass hohe Folgekosten entstehen. Die SPD-Fraktion
plädiert dafür, im Stadtrat eine ergebnisoffene Diskussion der Vor- und Nachteile aller zur
Brunnengalerie bestehenden Alternativen zu führen.
Februar 2011
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Kultur auf dem Prüfstand
Das Bemühen, einen Beschluss des Stadtrates zu den strategischen Linien der städtischen
Kulturpolitik zu erreichen, dauert seit 15 Jahren an. Die aufgeregten Debatten rund um die
Schließung des Thalia-Theaters haben erneut die Frage nach den kulturpolitischen Prioritäten in
Zeiten knapper Kassen aufgeworfen. Unwidersprochen ist: Die Sprechtheater, das Opernhaus, die
Staatskapelle und die Museumslandschaft machen Halle attraktiv und lebenswert. Nicht widersprochen
werden kann aber auch der Einsicht, dass die Ausgaben der Stadt für Kultur zukünftig nicht mehr
steigen können. Schon jetzt gibt Halle pro Einwohner mehr dafür aus als alle anderen Großstädte
Deutschlands. Das Land reduziert immer wieder seinen Beitrag für die Theater, die Oper und das
Orchester und lädt nicht nur die Mehrkosten durch Tariferhöhungen auf der Stadt ab, sondern
einen immer größeren Anteil der Finanzierungslast für diese Einrichtungen insgesamt.
Am Ende der Diskussion um den Entwurf der kulturpolitischen Leitlinien müssen klare
Prioritätensetzungen stehen. In deren Konsequenz werden in den kommenden Jahren schwierige
Entscheidungen über schmerzhafte Einschnitte in die städtische Kulturlandschaft zu treffen sein.
Dabei helfen überzogene Forderungen ebenso wenig wie es hilft, die Augen vor den Problemen zu
verschließen. Das oft zitierte Ansinnen, die Oper zu schließen und allen Opernfreunden eine
Taxifahrt Richtung Leipzig zu spendieren, beispielsweise ist kontraproduktiv. Es sollte vermieden
werden, Oper gegen Sprechtheater, oder Schauspiel gegen Kinder- und Jugendtheater auszuspielen.
Alle Angebote sind wünschenswert. Notwendige Umstrukturierungen werden Zeit brauchen, denn die
Mitarbeiter der Kultureinrichtungen sollten nicht dafür büßen müssen, dass die Stadt Prioritäten
setzen muss.
Aber alle Angebote und Spielstätten müssen in Bezug auf ihre Akzeptanz beim Publikum und ihren
Beitrag zum Image der Stadt hinterfragt werden. Halle hat mit etwa 4.000 Plätzen an fünf Standorten
des städtischen Theater- und Konzertbetriebs weit mehr zu bieten, aber auch zu bezahlen, als
Andere.
Die Beratung der kulturpolitischen Leitlinien sollte aus Sicht der SPD-Fraktion genutzt
werden, um einen öffentlicher Diskussionsprozess in Gang zu setzen, der klärt was wir uns in dieser
Stadt an kulturellem Angebot leisten können und wollen. Hier müssen auch die Kultureinrichtungen
einen konstruktiven Beitrag leisten. An dieser Diskussion zwischen Bürgern, Kultureinrichtungen und
kommunalpolitisch Verantwortlichen sollte sich auch das Land beteiligen und zwar nicht nur mit
Ratschlägen auf Kosten der Stadt.
Dezember 2010
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Integration geschieht vor Ort in der Kommune
Angesichts der aktuellen Diskussion über die Integration von zugewanderten Menschen fragen sich
viele Bürgerinnen und Bürger zu Recht, wie der Stand der Integration der in unserer Stadt
lebenden Menschen aus mehr als 134 Ländern ist. Haben wir die gleichen Probleme wie die oft
genannten Städte Berlin oder Hamburg?Die Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, wie die Situation
der Menschen ist, mit denen sie zusammen in Halle leben und arbeiten, mit deren Kindern ihre Kinder
zusammen Kindertagesstätten und Schulen besuchen.
Es ist bekannt, dass es bei der Zuwanderung ein Ost-West-Gefälle gibt. In vielen Kommunen der
alten Länder liegt der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund bei 20%. In Halle sind es
unter 5%. Die damit verbunden Herausforderungen sind demzufolge unterschiedlich.Aufgabe der
Kommunalpolitik ist es, notwendige Bedingungen für das Gelingen von Integration gemeinsam mit den
Akteuren der Migrationssozialarbeit vor Ort zu schaffen. Wichtig dabei ist, dass vorhandene
kommunale Konzepte zur Integration von den MigrantInnen selbst ausgewertet und fortgeschrieben
werden und die Migrantenorganisationen deshalb auch bei der Umsetzung in die Pflicht genommen
werden.In Halle sind wir auf einem guten Weg. Das Leitbild für kulturelle Vielfalt aus dem Jahr
2007 formuliert anspruchsvolle Ziele. Langjährige Erfahrungen und das Wissen um die Grenzen
politischer Möglichkeiten sowie die Probleme des Mit- und Nebeneinanders verschiedener Kulturen und
Lebensweisen sind darin eingeflossen.
Die gerade zu Ende gegangene Interkulturelle Woche hat gezeigt, wie viel für Integration in
Halle getan wird. In den über 30 Veranstaltungen stellten 70 beteiligte Vereine und Verbände
zahlreiche Projekte vor, die gelungene Beispiele für Integration in Halle
aufzeigen.Ein weiteres Beispiel ist unser mit breiter Mehrheit im Stadtrat beschlossener Antrag zur
Interkulturellen Öffnung der Verwaltung. Die Stadt braucht die Kreativität und Dynamik von
MigrantInnen. Die Stadt wird reicher durch das, was die MigrantInnen von der Kultur ihrer
Herkunftsländer mitbringen. Es ist also richtig und wichtig, wenn viele Menschen sich für
Integrationspolitik interessieren. Wir werden darauf achten, dass nicht Vorurteile und
Ängste die notwendige Debatte bestimmen, sondern Klarheit, Ehrlichkeit, Offenheit und
Optimismus.
November 2010
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Balanceakt gelungen
Zur Bilanz der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau in Halle
Die Internationalen Bauausstellungen (IBA) der Vergangenheit waren zumeist Demonstrationen von
Willen und Expertise der Architekten und Stadtplaner ihrer Zeit. Dabei ging es vor allem um die
Beherrschbarkeit des Wachstums von Großstädten. In beiden Aspekten hat die IBA Stadtumbau einen
Umschwung gebracht. So wurde zum einen erstmals die Notwendigkeit, eine unabwendbare
Schrumpfung zu gestalten, thematisiert. Zum anderen zeigt besonders der hallesche Beitrag, dass die
Zeiten vorbei sind, in denen allein die professionellen Planer Antworten auf die Fragen nach Ziel
und Weg der Stadtentwicklung gaben,.
Es ist nicht allein das Verdienst der IBA-Macher in Halle, dass wir spannende Debatten um die
Zukunft des Stadtteils Neustadt, um die Perspektive der Hochstraße, den Skatepark Halle-Neustadt
oder um den Abriss der Hochhäuser am Riebeckplatz hatten. Dafür haben zunächst die Bürgerinnen und
Bürger gesorgt. Die Kommunalpolitiker und Planungsfachleute haben sich diesen Debatten nicht nur
gestellt, sondern sich den Argumenten aus der Bürgerschaft auch geöffnet. Alle Diskussionen haben
gezeigt, wie sehr die Hallenserinnen und Hallenser sich für die bauliche Entwicklung ihrer Stadt
interessieren und wie stark der berechtigte Anspruch, auch mitreden zu wollen, gewachsen ist. Das
ist gut so, denn es zeigt die wachsende Identifikation der Bürgerschaft mit ihrer
Stadt.
Zur Bilanz der IBA gehört auch, dass alle Projekte umgesetzt wurden und die Fördermittel
genutzt worden sind. Einziger Nachzügler wird die Brücke an der Franz-Schubert-Straße sein.
Besonders gelungen, weil vorbildhaft für andere Stadtteile und über die Grenzen der Stadt hinaus,
war die Wiederbelebung des Stadtteils Glaucha. Mit relativ geringen Fördermitteln ist hier weit
mehr erreicht worden als die Sicherung und Sanierung einzelner Wohnhäuser. Das Instrument „
Eigentümermoderator“ soll auch auf andere Viertel der Innenstadt ausgeweitet werden. Andere Städte
haben sich am Vorgehen in Glaucha schon orientiert.
Die Kraft auf die Innenstadt zu konzentrieren, auch schwierige Entscheidungen offen mit der
Bürgerschaft zu diskutieren, Planungen auf die praktischen Bedürfnisse derer abzustimmen, die
in der Stadt leben, und die Grenzen der Steuerbarkeit von Stadtentwicklung durch Planungen zu
akzeptieren, sind wichtige Lehren aus dem halleschen Beitrag zur IBA 2010. Sie werden uns bei den
städtebaulichen Herausforderungen der kommenden Jahre begleiten.
Oktober 2010
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Atombeschluss schadet den Kommunen
Die Bundesregierung hat beschlossen, die Laufzeit für Atomkraftwerke deutlich über die Zeit
hinaus zu verlängern, die im Jahr 2000 im sogenannten Atomkonsens mit den führenden
Energieversorgungsunternehmen vereinbart war. Würde der Bundestag den Plan der Bundesregierung in
einem Gesetz umsetzen, drohen den kommunalen Energieversorgungsunternehmen dramatische
Konsequenzen. Strom aus abgeschriebenen Atomkraftwerken ist billig herzustellen. Die Anlagen sind
bezahlt und die Endlagerungskosten für den Atommüll muss der Steuerzahler tragen. Investitionen
kommunaler Unternehmen in moderne Kraftwerke, wie sie zahlreiche Kommunen planen, wären unter
diesen Bedingungen über Jahrzehnte nicht mehr wirtschaftlich. Die Stadtwerkevereinigung „8KU“
rechnet damit, dass bis 2030 kein neues kommunales Kraftwerk mehr entstehen würde. Schlimmer noch
kann es Stadtwerke treffen, die im Vertrauen auf den Atomkonsens in den letzten Jahren eigene
Anlagen errichtet haben, wie die Stadtwerke Halle.
Der Bund will als Gegenleistung für die Laufzeitverlängerung mehr als 10 Milliarden Euro von
den Atomstromerzeugern an Steuern einnehmen. Die zu erwartenden Verluste für die kommunalen
Unternehmen sollen nicht ausgeglichen werden. Die Laufzeitverlängerung erweist sich damit auch als
milliardenschwere Umverteilung zu Lasten der kommunalen Kassen. Denn die Erträge der Stadtwerke
kommen den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt direkt zu Gute. Jeder Euro der hier nicht eingenommen
wird, fehlt bei der Finanzierung von Schulen, Schwimmbädern und Straßen.
Der atompolitische Kurs der Laufzeitverlängerung ist, bezogen auf die Weiterentwicklung einer
dezentralen, effizienten Energieerzeugungslandschaft nachteilig. Ohne eine Entschädigung für
die Kommunen ist eine solche Entscheidung aber vor allem finanzpolitisch verheerend. Die Fraktionen
von SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN haben zur Sitzung des Stadtrates einen Antrag eingebracht, der
die Möglichkeiten der Stadt, dagegen vorzugehen, beschreibt – im Sinne einer guten Daseinfürsorge
für die Hallenserinnen und Hallenser.
September 2010
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Google Street View auch in Halle?
Die Veröffentlichung der Aufnahmen von Personen, Kraftfahrzeugen, Grundstücken und Gebäuden
durch einen bekannten Internetdienst ist ein derzeit intensiv diskutiertes Thema. Google hatte
Mitte August angekündigt, bis Ende 2010 die Straßenzüge von zunächst 20 deutschen Städten ins Netz
zu stellen. Der Gedanke, die persönliche Wohnsituation weltweit öffentlich gemacht zu sehen,
bereitet vielen Menschen Unbehagen. Ein Dilemma, das juristisch schwer lösbar scheint: Einerseits
nutzen wir im Alltag die Möglichkeiten der modernen Technik, um uns umfassend zu informieren.
Andererseits ist die Wahrung der eigenen Privatsphäre zu Recht ein hohes Gut. Die derzeit
bestehenden Datenschutzregelungen sind dieser Herausforderung nicht gewachsen.
Widerspruch möglich
Wer nicht möchte, dass sein Haus auf den detaillierten Straßenansichten zu sehen ist, kann
dagegen bis zum 15. September Widerspruch einlegen. Das gilt auch für Mieter. Google will diese
Widersprüche berücksichtigen und keine Bilder der betreffenden Häuser veröffentlichen.
Die SPD-Fraktion hat in der Junisitzung des Stadtrates angeregt, dass sich die Verwaltung mit
diesem Thema auseinandersetzt. Die Verwaltung hat die Anregung der SPD aufgenommen. Auf der
städtischen Internetseite www.halle.de wird inzwischen auf den möglichen Widerspruch der
Veröffentlichung hingewiesen. Mit einem Link zum Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz gelangt man direkt zu Formularen mit Musterwidersprüchen. Halle reiht sich
damit in eine Reihe weiterer deutscher Städte ein, die ihre Bürger beim Widerspruch unterstützen.
Es sollte dabei auch Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht werden zu widersprechen, die über keinen
Internetzugang verfügen – etwa durch ausgelegt Widerspruchslisten oder durch Zurverfügungstellung
der entsprechenden Formulare.
Privatsphäre geht vor
Für die SPD-Stadtratsfraktion ist klar: der Schutz der Privatsphäre muss Vorrang haben vor dem
Informationsbedürfnis anderer. Es darf nicht geschehen, dass detaillierte Informationen zur
Wohnsituation – eventuell verknüpft mit anderen Daten – dazu genutzt werden, Sozialprofile
Einzelner zu erstellen. Eine soziale Diskriminierung aufgrund der Zuordnung einer Person zu seinem
Wohnumfeld widerspricht unserer Vorstellung von Freiheit.
August 2010
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Vorrang für ein ansehnliches Stadtbild
Zur Gestaltung von Parkflächen in Baulücken
Seit mehreren Jahren kann man in Halle beobachten, dass in der historischen Altstadt und den
angrenzenden Gründerzeitvierteln zunehmend Gebäude abgerissen werden, denen kein Neubau folgt. Auf
den entstandenen Baulücken werden häufig Parkplätze geschaffen. Oft findet sich diese Art der
Nutzung von Baulücken an Hauptstraßen entlang. Dort wo der Verkehrslärm hoch ist, fällt es den
Eigentümern von verlassenen Wohngebäuden meist schwer, eine Sanierung zu finanzieren, so dass
vielfach nur der Notabriss bleibt.
Unschöne Provisorien
In der Regel wirken diese Anlagen provisorisch. Ein Zaun oder ein niedriger Mauerkranz
begrenzen einfache Kiesflächen und geben den Blick auf die Rückseite des dahinterliegenden
Straßenzugs frei. Mit den meisten dieser Provisorien werden wir aber für viele Jahre leben müssen.
Das Bemühen muss dahin gehen, die Baulücken gar nicht erst entstehen zu lassen. Dennoch werden auch
zukünftig Abrisse das Bild geschlossener Straßenzüge beeinträchtigen. Hier kommt es darauf an, die
Eigentümer dieser unbebauten Grundstücke zu einer städtebaulich angemessenen Gestaltung zu
verpflichten, wenn sie eine Nutzung als Parkplatz beabsichtigen. Die SPD-Fraktion hat dazu im Jahr
2009 einen Antrag gestellt.
Gesetzgeber ist gefordert
Wir mussten feststellen, dass es seit Änderung der Bauordnung im Jahr 2005 nicht mehr möglich
ist die Errichtung von Einfriedungen zwingend vorzuschreiben. Außerhalb des historischen
Altstadtkerns ist jede Art von Wildwuchs bei der Baulückengestaltung möglich. Der Wegfall dieser
Vorschrift ist damit begründet worden, dass Investitionen erleichtert werden sollten. Das Land muss
sich allerdings die Frage gefallen lassen, welche Investitionen gemeint sind. Wer einen Zaun mit
Tür oder Schranke setzt, den Boden verdichtet und Kies aufbringt, tätigt keine bedeutende
Investition, kann aber auf sichere Einnahmen rechnen. Von den betreffenden Grundstückseigentümern
kann erwartet werden, dass sie eine Mauer setzen, die das Bild des Straßenzuges zumindest
einigermaßen erhält. Das bedeutet bei verhältnismäßig kleinem Aufwand in jedem Fall einen großen
Gewinn für das Stadtbild.
Juni 2010
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Zum kostenlosen Mittagessen für Schulkinder bis Klasse vier
Der Stadtrat hat am 28. April einen Antrag unserer Fraktion zur finanziellen Sicherstellung
eines kostenlosen Mittagessens für bedürftige Grundschüler und Schüler der Klassen eins bis vier an
Förderschulen abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Vorschlag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE
GRÜNEN, die Unterstützung für die Speisung der Kinder aus diesen Familien in Schulen und
Kindertagesstätten geringfügig zu erhöhen. Auch die SPD-Fraktion hat letzteren Vorschlag abgelehnt,
weil er aus unserer Sicht eine falsche Priorität setzt.
Mehr Kinder erreichen
Eine Erhöhung der bestehenden Unterstützung würde die bedürftigen Familien mit kleinen Kindern
entlasten, die bereits jetzt ihren Kindern eine Mittagsmahlzeit sichern, aber nicht mehr Kinder als
bisher erreichen. Zurzeit werden Eltern mit Halle-Pass bei den Kosten der Mittagsspeisung für ihre
Kinder in Kindertagesstätten und Schulen mit 85 Cent pro Essen unterstützt. Bei Kosten von ungefähr
40 € pro Kind und Monat müssen die Eltern etwa 25 € pro Kind und Monat selbst zahlen. Eine Erhöhung
der Unterstützung um 35 Cent pro Tag – wie von der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN vorgeschlagen –
würde Elternbeitrag auf etwa 18 € mindern. Das macht immer noch knapp 10% des Betrages aus, den ein
Kind in einer Bedarfsgemeinschaft nach SGB II für alle Notwendigkeiten des Lebens in einem ganzen
Monat erhält. Es kann nicht ernsthaft erwartet werden, dass die Eltern, die ihren Kindern bisher
die Essenteilnahme aus Kostengründen nicht ermöglicht haben, sich bei 35 Cent mehr Unterstützung
anders entscheiden würden. Es war aber Ziel unseres Antrages, diese Kinder in die Essensteilnahme
zu bringen.
Handlungsbedarf vor allem an den Grundschulen
Angesichts der dramatischen Haushaltslage unserer Stadt sah keine Fraktion es für 2010 als
möglich an, eine Übernahme der Kosten des Mittagessens für Kinder einkommensschwacher Familien in
Kindertagesstätten und Grundschulen zu stemmen. Bei einem finanziellen Spielraum von etwa 400.000 €
hat die SPD-Fraktion da angesetzt, wo der dringendste Handlungsbedarf besteht: Während die
Essensteilnahme in den Kindertagesstätten bei 90% liegt, erhält in den Klassen eins bis vier der
Schulen ein Drittel der knapp 7.000 Schüler kein Mittagessen. Wir hatten und haben vor allem diese
mehr als 2.000 Kinder im Blick.
Mai 2010
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Handystadtführer für (H)alle
Handys sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Menschen aller Altersgruppen nennen
inzwischen eins oder gar mehrere der kleinen, klingelnden Begleiter ihr Eigen. In vielen Städten
werden Handys inzwischen auch für touristische Angebote eingesetzt. Touristen können vielerorts
beim Stadtrundgang Informationen über Sehenswürdigkeiten per Handy erhalten.
In der Stadtratssitzung vom August letzten Jahres richtete unsere Fraktion eine Anregung an
die Stadtverwaltung, in der darum gebeten wurde, zu prüfen, ob ein Handystadtführersystem in naher
Zukunft die bisherigen touristischen Angebote ergänzen könnte.
In der Antwort hat die Stadtverwaltung mit Verweis auf die kommunalen Finanzen und den
geringen Erfahrungsschatz mit Handy-Stadtführern die Einführung zunächst aufgeschoben.
Aus Sicht unserer Fraktion ist das eine nicht zufriedenstellende Perspektive. Deshalb wird die
SPD-Fraktion in der kommenden Sitzung des Stadtrates einen Antrag einbringen, der die
Stadtverwaltung damit beauftragt, darauf hinzuwirken, dass ein Handystadtführer noch in diesem Jahr
in Betrieb genommen werden kann.
Die Installierung eines solchen Systems verursacht zunächst natürlich Kosten. Aber die
kostenpflichtige Benutzung des Handystadtführers generiert auch Einnahmen. Ein Blick über unsere
Stadtgrenze hinaus in das Land zeigt: immer mehr Städte in Sachsen-Anhalt und Deutschland sehen in
Handystadtführern einen Zugewinn an touristischer Attraktivität. Magdeburg und die Lutherstadt
Wittenberg betreiben schon seit geraumer Zeit solche Systeme. Ganz aktuell wurde in Potsdam diese
Möglichkeit für Touristen etabliert. Die Liste der Städte mit Handystadtführern könnte beliebig
fortgesetzt werden. Halle sollte hier in punkto Service für Touristen Anschluss finden.
Ein solches System wäre keine Konkurrenz zu den herkömmlichen Stadtführungen – im Gegenteil:
durch die Möglichkeit ganz individuell durch die Stadt zu streifen, wird gerade für Touristen, die
nur kurz in Halle verweilen, und Geschäftsleute dieses Angebot attraktiv. Und vielleicht geht dann
auch der eine oder andere Hallenser mit seinem Handy auf Reisen und entdeckt seine Heimatstadt
neu.
April 2010
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Zur Debatte um einen Seniorenstadtteil
In Halle leben derzeit mehr als 50.000 Menschen, die 65 Jahre alt und älter sind. Das sind knapp
22 Prozent der halleschen Gesamtbevölkerung. Die Statistiker erwarten, dass dieser Anteil in den
kommenden Jahren stetig steigen wird. Die Lebenslagen, Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen
sind ein großes Thema unserer Kommunalpolitik und das zu Recht.
Der Vorschlag, modellhaft einen Seniorenstadtteil zu schaffen, hat breite Resonanz gefunden.
Viele ältere Hallenserinnen und Hallenser wünschen sich ein seniorenfreundlicheres Umfeld. Dazu
gehören: ein guter Zustand der Fußwege, die Barrierefreiheit der Übergänge und Sitzgelegenheiten,
aber auch die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Apotheken sowie gute Straßenbahn- oder
Busverbindungen. Aber würde ein Modellstadtteil für Senioren wirklich funktionieren?
Die Entscheidung des Einzelnen für die Wohnung und den Stadtteil hat viele, individuell
verschiedene Gründe und folgt nicht allein rationalen Überlegungen.
Ein Blick auf die Stadtgebiete mit hohen Anteilen Älterer belegt: Viele Menschen wollen dort
alt werden, wo sie schon in der Jugend oder im mittleren Alter gelebt haben. Halle-Neustadt,
Trotha, der Landrain, die Silberhöhe und die Frohe Zukunft wurden nicht als Seniorenstadtteil
geplant oder entwickelt, haben heute aber einen Anteil über 65jähriger von mehr als 30%. Die
meisten Senioren, die heute dort wohnen, leben dort seit Jahrzehnten. Sie sind geblieben, weil sie
ihr vertrautes Umfeld und die Nachbarschaft nicht missen möchten. Die jungen Väter und Mütter, die
in Büschdorf, Wörmlitz oder Dölau in den letzten Jahren Wohneigentum erworben haben, wollen in
ihren Häusern alt werden und werden das, wenn ihr Lebenslauf das zulässt, auch tun. Ein
Modellstadtteil würde sicher angenommen werden. Aber viele Ältere würden sich anders entscheiden
und mit Recht ebenfalls ein angemessenes Umfeld fordern. Einfache Lösungen gibt es nicht. Die Stadt
muss das ihre tun, um überall im Stadtgebiet der wachsenden Zahl von Senioren Bewegungsfreiheit,
Sicherheit und Versorgung bieten zu können.
März 2010
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Halloren- und Salinemuseum in neuer Trägerschaft: Engagement der Salzwirkerbrüderschaft findet die Unterstützung der SPD-Ratsfraktion
Das 1967 gegründete Halloren- und Saline-Museum mit seinen historischen Gebäuden im Grenzgebiet
zwischen der halleschen Altstadt und Halle-Neustadt erinnert an die Geschichte der Salzgewinnung in
Halle. Es verweist auf die technische aber auch auf die kulturhistorische Seite dieses für Halle
entscheidend prägenden Gewerbezweiges. Das Museum ist der kleinste Salzproduzent Deutschlands und
das einzige Salz produzierende Museum Europas.
Die Bewahrung der Tradition des Salzsiedens wird vor allem durch das große Engagement der „
Salzwirkerbrüderschaft im Thale zu Halle” ermöglicht. Die Halloren verkörpern die Geschichte Halles
als Salzstadt und tragen das lebendige Erbe von 1200 Jahren Salzgewinnung, Arbeits- und
Lebenskultur in die moderne Welt hinein.
Leider verzeichnete das Museum in den letzten Jahren einen merklichen Besucherrückgang. Auch
wenn manche Sonderausstellung für neues Interesse sorgte, ist nicht zu übersehen, dass das
Salinemuseum einen neuen Impuls in seiner Ausrichtung als Technikmuseum dringend nötig
hat.
Die enge Verbundenheit der Salzwirkerbrüderschaft mit dem Museum und der Wunsch der
Stadtverwaltung, das Halloren- und Salinemuseum weiter zu entwickeln, haben zu dem Vorhaben
geführt, das Museum, in die Trägerschaft eines Vereins, der unter Beteiligung der Brüderschaft
gegründet wurde, zu übergeben. Die Details dieser Idee werden zur Zeit zwischen Mitgliedern des
Vereins und der Stadtverwaltung abgestimmt. Auch im Kulturausschuss wurde diese Entwicklung bereits
diskutiert und fand in den SPD-Stadträten Robert Bonan und Detlef Wend Befürworter. Der
SPD-Stadtratsfraktion ist es ein wichtiges Anliegen, einerseits eine zeitgemäße und lebendige
Entwicklung des Museums zu ermöglichen und zugleich das außerordentliche Engagement der
Salzwirkerbrüderschaft zu unterstützen.
Die Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass die für März zu erwartende Beschlussvorlage der
Stadtverwaltung zur Übertragung des Museums in freie Trägerschaft schnell den Rat passiert und der
Weg für eine Entwicklung von Museum und Salinegelände geebnet wird.
Februar 2010
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Zum Jahresbeginn 2010
Liebe Hallenserinnen und Hallenser,
die Mitglieder der SPD-Fraktion wünschen Ihnen allen ein gutes und gesundes Jahr 2010. Wir
haben uns für das kommende Jahr viel vorgenommen. Auf drei wichtige Vorhaben sei an dieser Stelle
hingewiesen.
Wir wollen einen ersten Schritt bei der Umsetzung unseres Vorhabens gehen, jedem Kind in
Grundschulen und Kindertagesstätten eine kostenlose, warme Mittagsmahlzeit zu sichern. Dazu werden
wir im Februar einen Antrag in die Beratungen für den Haushaltsplan 2010 einbringen. In den
folgenden Jahren wollen wir die Kostenübernahme für das Mittagessen schrittweise auf alle Kinder
bis zur vierten Klasse ausdehnen. Auch bei schwieriger Haushaltslage gilt: Wir halten unsere Zusage
aus dem Kommunalwahlkampf ein.
Wir wollen mehr Bürgerbeteiligung erreichen. Die Stadtteilkonferenzen bzw. Bürgerforen sind
ein wichtiges Instrument. Sie haben die Bürgerinitiativen vor Ort im vergangenen Jahrzehnt spürbar
gestärkt. Die SPD-Fraktion will die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger stärker
ausbauen. Darum haben wir 2009 im Stadtrat die Einrichtung von Ortschaftsräten für die Ortsteile
Kröllwitz, Seeben, Tornau, Mötzlich, Reideburg, Büschdorf, Bruckdorf-Kanena, Nietleben, Dölau und
Lettin beantragt.
Ob Ortschaftsräte geschaffen werden können, hängt aber nicht nur vom Willen des Stadtrates ab.
Diese Institutionen bedürfen der Genehmigung durch das Land. Sollte sich herausstellen, dass
Ortschaftsräte nach der Gemeindeordnung des Landes für Halle nicht möglich sind, wird die
SPD-Fraktion Vorschläge für andere Formen dauerhafter, stadtteilbezogener Bürgerbeteiligung
unterbreiten. Unsere Nachbarstadt Leipzig gibt mit den dort tätigen Stadtbezirksbeiräten ein gutes
Beispiel. Am Ziel halten wir fest: Über die Angelegenheiten des einzelnen Stadtteils sollen die
Bürgerinnen und Bürger mehr als bisher direkt mitbestimmen können.
Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise werden uns erst 2010 voll erreichen. Umso mehr
gilt es, den sozialen Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger zu wahren. Dafür ist das Mittun der
vielen Ehrenamtlichen in unserer Stadt unverzichtbar.
Die SPD-Fraktion hat im vergangenen Jahr im Stadtrat einen Beschluss zur sogenannten
Feuerwehrrente erreicht. Die Stadt gibt zukünftig einen Zuschuss, wenn Mitglieder des Technischen
Hilfswerks oder der Freiwilligen Feuerwehr eine solche Rentenversicherung abschließen. Damit ist
ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Ehrenamtes in Halle getan. Diesen Weg wollen wir im Jahr
2010 weitergehen.
Januar 2010
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Sachsen-Anhalt braucht eine starke Stadt Halle: Das Land erkennt die Bedeutung der Großstädte nicht
Das kommunale Finanzausgleichgesetzes (FAG), das der Landtag am 10. Dezember beschlossen hat,
ist von vielen Seiten kritisiert worden. Auch für Halle ist das Gesetz nicht befriedigend. Die
großen Städte erhalten nicht den Anteil an der zu verteilenden Finanzmasse, der ihnen entsprechend
der von ihnen erfüllten öffentlichen Aufgaben zukäme. Die angesetzte Summe insgesamt deckt die
Kosten dieser Aufgabenerfüllung nicht. Halle erhält voraussichtlich etwa 30 Millionen € weniger,
als das bei einer rein aufgabenbezogenen Verteilung der vorgesehenen Finanzmasse der Fall wäre.
Insgesamt reicht das Land etwa 50 Millionen € weniger an die Stadt aus als gebraucht würden, um
alle Ausgaben der Stadt zu decken.
Der Streit um das FAG geht aber am eigentlichen Problem vorbei. Die Großstädte sind Motoren
der Wirtschaftsentwicklung des Landes. Die Wirkungen Halles auf Beschäftigung und Kaufkraft im
Umland sind unbestreitbar. Weiter noch wirken die Effekte des Angebotes an Infrastruktur der großen
Städte in die Region. Kultureinrichtungen wie die Oper und die Staatskapelle prägen das Image des
Landes mit und wirken als weicher Standortfaktor für die gesamte Region. Einrichtungen der
Wirtschaftsförderung wie das Technologie- und Gründerzentrum und das Mitteldeutsche
Multimediazentrum tragen über ihre Kernfunktion hinaus als Symbole und Identifikationsorte zum
Wachstum neuer Branchen bei, von denen die wirtschaftliche Zukunft des Landes in hohem Maße
abhängt.
Wie Sachsen-Anhalt sich zukünftig entwickelt, wird nicht auf dem flachen Land entschieden,
sondern in den Großstädten. Das Land muss sich endlich an dieser Erkenntnis ausrichten. Das FAG ist
dabei nur eine Teilfrage. Es geht vor allem darum, die wirtschaftlich zu Halle gehörenden Teile des
Umlandes auch gebietskörperschaftlich mit der Stadt zu vereinigen. Die damit verbundene
Verbesserung der eigenen Gewerbesteuereinnahmen, die gegenwärtig 25% unter dem Durchschnitt
ostdeutscher Großstädte liegen, ist nicht nur die Voraussetzung für einen ausgeglichenen Haushalt.
Sie wäre ein Schritt zur Rückgewinnung der Investitionskraft, die die Stadt braucht, um sich
dynamisch entwickeln zu können – im Interesse des gesamten Landes.
Dezember 2009
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Lärm kann vermieden werden: Laubsauger sind vielerorts ein Ärgernis
Der Herbst bringt nicht nur bunte Blätter mit sich, sondern auch das Geknatter der Maschinen,
die die bunten Blätter aus den Gärten und von den Wegen entfernen. Diese Erfahrung machen auch die
Hallenserinnen und Hallenser in vielen Wohngebieten und Kleingartenanlagen.
Seit Jahren verstärkt sich der Einsatz von Laubsaugern bzw. Laubbläsern zur Beseitigung des
Herbstlaubs sowohl auf privaten Grundstücken als auch im öffentlichen Raum. Inzwischen sind
tragbare Geräte auf Akku- oder Benzinbasis mit bis zu 3.000 Watt Leistung relativ billig zu
erstehen. Viele ältere Einwohner unserer Stadt haben noch Mofas mit weniger Motorleistung auf den
Straßen fahren sehen. Da der Gesetzgeber den Herstellern dieser Geräte keine Emissionsgrenzwerte
für Lärm auferlegt hat, erreichen sie leicht Schallpegel von mehr als 100 Dezibel. Das entspricht
dem Krach eines Presslufthammers.
Im privaten Bereich lässt sich der Einsatz von Laubsaugern und Laubbläsern meist vermeiden.
Die meisten Gartengrundstücke lassen sich ohne großen Aufwand auch mit der Laubharke sauber
halten. Das nützt dem Garten, seinen Bewohnern und den Nachbarn, denn die Laubsauger machen nicht
nur Krach. Sie vernichten Kleintiere und Bodenlebewesen. Auf Laubsauger zu verzichten, erspart den
Nachbarn die Lärmbelästigung und verbessert die Bodenbildung. Nicht zuletzt: der Lebensraum von
Igel, Spitzmaus und Co. bleibt erhalten.
Im öffentlichen Raum sind Laubsauger an vielen Stellen kaum mehr durch Handarbeit zu ersetzen.
Aber es sollte selbstverständlich sein, dass die im Auftrag des Grünflächenamtes und der
Stadtwirtschaft bei der Laubbeseitigung tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Ruhezeiten
einhalten und den unnötigen Einsatz der Geräte vermeiden. Zudem ist es fraglich, ob auf großen
Wiesen und in Grünanlagen wirklich klinische Reinheit in jedem Winkel hergestellt werden
muss.
Die SPD-Fraktion stellt in der November-Sitzung des Stadtrates eine Anfrage zum Einsatz von
Laubsaugern bzw. Laubbläsern in Halle. Auf Grundlage der Antworten wird die Fraktion gegebenenfalls
Anträge zur Minderung der Lärmbelästigung und der ökologischen Schäden, die mit dem Gebrauch dieser
Geräte einhergehen, erarbeiten.
November 2009
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Mehr Platz für Kinder im Paulusviertel: Ungenutzte öffentliche Flächen müssen nicht sein
Der Anblick ist nicht idyllisch, auch wenn es mancherorts schlimmer aussieht. Das Gebäude des
früheren Regierungspräsidiums in der Willy-Lohmann-Straße 7 wird seit 2008 nicht mehr von der
Landesverwaltung genutzt. Die umzäunte Freifläche erfährt ebenfalls keine Nutzung mehr und
verwildert. Auf dem Grundstück befinden sich mehrere Garagen sowie eine Reihe von Parkplätzen auf
betonierten Flächen.
Das Land hat bis zum heutigen Tag keine Nachnutzungsperspektive für die Liegenschaft
öffentlich gemacht. Es muss damit gerechnet werden, dass das Gebäude für mehrere Jahre leer steht.
Die große Freifläche hinter dem Hauptgebäude wird zu einem großen Teil nicht mehr benötigt, auch
wenn wieder Leben in den alten Verwaltungsbau einziehen sollte.
Die auf dem Gelände vorhandenen Parkflächen würden sicher wieder einmal gebraucht. Gegenwärtig
werden sie zum Teil vermietet. Sie nehmen aber nur einen Teil der gesamten Freifläche ein. Ein
großes Stück dieser Fläche, das an der Robert-Blum-Straße an den städtischen Spielplatz angrenzt,
bliebe auch nach einer Wiederherrichtung des Freigeländes einfache Grünfläche.
Die SPD-Fraktion beantragt in der Oktober-Sitzung des Stadtrates, diese Fläche zur dringend
benötigten Vergrößerung des Spielplatzes zu erwerben. Der Spielplatz, der wohl zu den am stärksten
frequentierten im Stadtgebiet zählt, nimmt einen Teil des früher um das damalige
Regierungspräsidium gelegenen Parks ein. Im Paulusviertel mangelt es an geeigneten Flächen für neue
Spielplätze. Zugleich ist der an den Spielplatz angrenzende Rathenauplatz der zentrale Ort des
Viertels. Ein besserer Standort für eine neue Spielfläche in diesem jungen Wohnquartier ließe sich
also nicht finden.
Wir hoffen auf einen Erfolg unserer Initiative, im Interesse der Kinder und jungen Familien
des Paulusviertels. Mit der Belebung einer ungenutzten Fläche aus dem Besitz der öffentlichen Hand,
würde aber auch ein Beispiel geschaffen, das an vielen Stellen unseres Stadtgebiets Schule machen
könnte. Nicht wenige Gebäude der Stadt, des Landes und Bundes sowie deren Freiflächen sind in den
letzten Jahren leergefallen und bleiben zeitweise oder dauerhaft ungenutzt.
Oktober 2009
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Vorfahrt für Qualität: SPD lehnt Zerschlagung des Eigenbetriebs Kindertagsstätten ab
Im Sommer dieses Jahres haben die Gewerkschaften einen neuen, bundesweiten Tarifvertrag für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kinderbetreuungseinrichtungen erstritten. Die vereinbarten
Lohnerhöhungen werden auch in Halle zu Kostensteigerungen führen. Die FDP-Fraktion im Stadtrat
fordert nun, den städtischen Eigenbetrieb Kindertagesstätten zu zerschlagen und die 45
Kindertagesstätten sowie 5 Horte an freie Träger zu übergeben.
Die SPD-Fraktion befürwortet eine Vielfalt an Trägern und Angeboten und schließt in einer sich
wandelnden Betreuungslandschaft die Übertragung von Einrichtungen an Freie Träger für die Zukunft
nicht grundsätzlich aus. Dies muss aber der Verbesserung von Qualität und Angebotsvielfalt
dienen.
Aber Übertragungen zum Zweck der Lohndrückerei werden wir nicht zustimmen. Das wäre unsozial
gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern, die eine schwere, verantwortungsvolle und qualifizierte
Arbeit verrichten. Zudem würden damit mittelfristig auch keine Kostensenkungen zu erzielen sein.
Denn angesichts tausender bundesweit fehlender Erzieherinnen und Erzieher folgen die Freien Träger
dem Tarif des öffentlichen Dienstes, wollen sie ihre Mitarbeiter halten und frei werdende Stellen
qualifiziert besetzen. Die Mehrheit der 39 in Halle agierenden Freien Träger, die Kinderbetreuung
anbieten, zahlt angelehnt an den öffentlichen Tarifvertrag der Länder, der nur unwesentlich
niedriger liegt als der kommunale Tarif, den der Eigenbetrieb Kindertagesstätten anwendet.
Möglicherweise hat die FDP Billiganbieter im Blick, wie sie im Pflegebereich vermehrt
auftauchen. Solche Anbieter, die auch die vorhandenen Freien Träger gefährden würden, werden
niemals das in Halle bereits vorhandene Qualitätsniveau erreichen. Ihre Ausbreitung birgt die
Gefahr, dass gerade die Kinder aus einkommensschwachen Familien nur aufbewahrt und nicht im
notwendigen Maße gefördert werden. Das wollen wir nicht.
Die Forderung der FDP verkennt die Sachlage. Sie ist unrealistisch, was die Möglichkeit von
Einsparungen betrifft, und ebnet den Weg zu mehr sozialer Spaltung schon im Kindesalter. Sie passt
nicht in die Zeit. In den kommenden Jahren muss es um eine bessere frühkindliche Bildung für alle
Kinder in Halle gehen. Der Start in die Grundschule muss in den Blick genommen werden. Das Wohl der
Kinder muss vor der Kostenfrage stehen, die Qualität Vorfahrt haben. Dafür steht die SPD-Fraktion
ein.
September 2009
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Wir bleiben für Sie dran - Zum Beginn der neuen Wahlperiode des Stadtrates
Nach der feierlichen Konstituierung des neuen Stadtrates am 1. Juli beginnt mit dem Ende
der Sommerpause der Alltag der Kommunalpolitik. Die SPD-Fraktion ist um einen Sitz gestärkt in das
Stadtparlament zurückgekehrt. Wir danken allen unseren Wählerinnen und Wählern. Denen, die uns
dieses Mal nicht gewählt haben, sichern wir zu: Die SPD-Stadtratsfraktion wird sich auch in den
kommenden fünf Jahren nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl unserer Stadt und ihrer Menschen
einsetzen. Bereits mit der August-Sitzung hat die Fraktion die Antragsarbeit wieder aufgenommen. So
werden wir im kommenden Stadtrat anregen, das Konzept der Handy-Stadtführungen für Halle zu prüfen,
das in Wittenberg, Magdeburg und Merseburg bereits erfolgreich Anwendung findet.
Wo alte Häuser abgerissen werden, entstehen immer öfter einfache Parkflächen. Was die
Autofahrer freut, verschandelt an vielen Stellen das Stadtbild. Die meist mit Metallzäunen
umschlossenen Kiesflächen machen oft einen provisorischen Eindruck und unterbrechen das
geschlossene Bild vieler Straßenzüge. Vielerorts würde man sich anstelle der Zäune geschlossene
Mauern oder eine Begrünung wünschen. Die SPD-Fraktion will mit einem Antrag erreichen, dass die
Stadtverwaltung die Genehmigung solcher Parkflächen zukünftig davon abhängig macht, dass sie
gestalterisch zu einem Mindestmaß an die Umgebung angepasst werden. Die Grundstückseigentümer
verdienen an diesen Parkflächen und der Aufwand zur Erfüllung dieser Forderung ist
gering.
Kostenloses Mittagessen für alle Kinder in Halles Kindertagesstätten und Grundschulen! Manch
einer hat uns wegen dieses Vorhabens belächelt. Das Problem ist aber ernst und wir werden es
ernsthaft angehen. Nachdem die Linksfraktion unserem Anliegen bereits im Mai Unterstützung zugesagt
hat, sind wir zuversichtlich, noch in diesem Jahr einen Beschluss herbeiführen zu können, der
zumindest einen Teil der fast 15.000 Kinder in Kinderbetreuung und Grundschule kostenfrei stellt.
Gleiches gilt für die Einführung von Ortschaftsräten. Auch hier wollen wir noch 2009 einen
Beschluss des Stadtrates erreichen. Wir bleiben für Sie dran.
August 2009
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Stichwort HAVAG
Zur Diskussion um Direktvergaben von Nahverkehrsdienstleistungen an die HAVAG
Die Wettbewerbsregelungen der Europäischen Union werden in den kommenden Jahren die
Bedingungen für die Vergabe von kommunalen Aufträgen für Dienstleistungen im Nahverkehr weiter
verändern. Gegenwärtig werden diese Dienstleistungen in Halle durch ein städtisches Unternehmen
realisiert: die HAVAG. Das wird zukünftig keine Selbstverständlichkeit mehr sein.
Keine risikoreichen Schnellschüsse zulassen
Die EU will auch diesen Bereich der kommunalen Dienstleistungen für den Wettbewerb öffnen.
Nach 2009 sollen sich die kommunalen Nahverkehrsunternehmen neben privaten um die Leistungsbringung
im Nahverkehr bewerben müssen. Voraussichtlich wird die EU neben dem Wettbewerbsmodell auch
zulassen, die Konzessionen für Nahverkehrsdienstleistungen unter bestimmten Bedingungen direkt an
das kommunale Unternehmen zu vergeben.
Die EU-Richtlinie „Nahverkehrsdienstleistungen“, die die Bedingungen für eine mögliche
Direktvergabe definieren wird, tritt allerdings erst am 1.1.2009 in Kraft. Für deren nationale
Umsetzung muss der Deutsche Bundestag das Personenbeförderungsgesetz anpassen. Es besteht
gegenwärtig keine Klarheit, wie diese Anpassung im Einzelnen aussehen wird. Daher können weder die
Bedingungen definiert werden, unter denen nach 2009 Direktvergaben möglich sind, noch steht fest,
ob es überhaupt notwendig wird, dieses Instrument einzusetzen.
Jetzt öffentlich Kurs auf Direktvergaben zu nehmen, heißt nur die Rechtsposition derer in
Deutschland zu stärken, die Wettbewerb auf Kosten der städtischen Verkehrsunternehmen wollen.
Es wäre daher unredlich, die Mitarbeiter der HAVAG jetzt ohne Not zu verunsichern. Die in den
vergangenen Jahren erreichte Wettbewerbsfähigkeit der HAVAG zu sichern und auszubauen, ist der
einzig sichere Schutz für die Arbeitsplätze der Belegschaft. Die SPD-Fraktion wird gemeinsam mit
dem Unternehmen diesen Weg weitergehen. Wir wollen, dass der Nahverkehr in Halle dauerhaft von
einem städtischen Unternehmen durchgeführt wird.
SPD steht für kommunale Unternehmen
Für uns geht es dabei nicht nur um 800 Arbeitsplätze, sondern auch um gesicherte Qualität,
bezahlbare Tarife und langfristige Planbarkeit der ÖPNV-Anbindung aller Stadtteile für mehr als
200.000 Hallenserinnen und Hallenser.
Juni 2009
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Demokratie vor Ort leben
SPD-Fraktion für die Schaffung von Ortschaftsräten
In der Regel werden in einer Gemeinde Angelegenheiten, die ihre Bürgerinnen und Bürger
betreffen, einheitlich behandelt und entschieden. Das ist grundsätzlich richtig und notwendig. Aber
besonders in den ehemals selbständigen Ortschaften, die baulich mit der Kernstadt nicht verbunden
sind, wird der Stadtrat oft als weit weg empfunden. Tatsächlich ist festzustellen, dass Fragen, die
einzelne dieser kleinen Stadtteile betreffen, nicht oft in das Blickfeld des Stadtrates
kommen.
Probleme vor Ort klären
Die Stadtteilkonferenzen und Bürgerforen der Verwaltung haben dazu beigetragen, diese Distanz
zu überwinden. Oft war die Möglichkeit des Dialogs mit der Verwaltung Anlass zur Gründung
stadtteilbezogener Bürgerinitiativen. Um der Willensbildung und Mitbestimmung zu stadtteilbezogenen
Problemen einen festen, demokratischen Rahmen zu geben, wird die SPD-Fraktion in der Mai-Sitzung
des Stadtrates die Schaffung von Ortschaftsräten beantragen.
Die Gemeindeordnung lässt dieses Instrument der Demokratie vor Ort nur in „räumlich getrennten“
Ortsteilen zu. Nicht alle Stadtteile Halles können demnach eine Ortschaftsverfassung erhalten. Für
Kröllwitz, Seeben, Tornau, Mötzlich, Reideburg, Büschdorf, Bruckdorf-Kanena, Nietleben, Dölau und
Lettin kann die Übertragung von Zuständigkeiten an einen zuschaffenden Ortschaftsrat aber angepackt
werden.
Was kann der Ortschaftsrat?
Der Ortschaftsrat und der Ortsbürgermeister werden von den Bürgerinnen und Bürgern des
Ortsteils gewählt. Sie sind unter anderem bei Haushaltsmitteln für die die Ortschaft betreffenden
Angelegenheiten, Baugenehmigungen und Straßenbauprojekten, der Planung, Errichtung und Schließung
öffentlicher Einrichtungen und der Veräußerung, Vermietung und Verpachtung von in der Ortschaft
gelegenen Grundstücken der Gemeinde anzuhören. Der Stadtrat kann dem Ortschaftsrat einen eigenen
Haushalt für Heimatpflege, Partnerschaften mit anderen Ortschaften, die Pflege des Ortsbildes und
kleinere Bauvorhaben geben. Der Ortsbürgermeister und die gewählten Ortschaftsräte können darüber
hinaus Ansprechpartner bei kleineren Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und Initiatoren eines
eigenen kulturellen Lebens im Ortsteil sein. So wird Demokratie vor Ort lebendig.
Mai 2009
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Stärkung für das Ehrenamt - Schritt in die richtige Richtung: Die Feuerwehrrente
Die Mitarbeit in freiwilligen Feuerwehren zählt zu den wichtigsten ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Von der Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute hängen Sicherheit und Gesundheit aller ab. In den
vergangenen Jahren sind neben Brandbekämpfung und Rettung im Katastrophenfall sind in den letzten
Jahren viele Aufgaben des vorbeugenden Brandschutzes, der technischen Hilfeleistung und des
Katastrophenschutzes getreten. Darüber hinaus machen die freiwilligen Feuerwehren ein
unverzichtbares Angebot sportlicher Betätigung und technischer Qualifikation für Kinder und
Jugendliche.
Mit der Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr verbinden sich hohe Anforderungen.
Ständige Einsatzbereitschaft sowie dauernde Pflicht zu körperlicher Ertüchtigung und fachlicher
Fortbildung stellen für den einzelnen Ehrenamtlichen eine große Belastung dar.
Angesichts der älter werdenden Bevölkerung wird es in den kommenden Jahren schwieriger werden,
Nachwuchskräfte für die freiwilligen Feuerwehren in ausreichender Anzahl zu gewinnen. Aus diesem
Grund bemüht das Land sich seit geraumer Zeit, die Attraktivität dieses lebenswichtigen Ehrenamtes
zu erhöhen.
Der Innenminister des Landes und der Vorstandsvorsitzende der Öffentlichen Versicherungen
Sachsen-Anhalt unterzeichneten in diesem Zusammenhang im Februar 2009 eine Erklärung zur Einführung
einer Feuerwehrrente. Auf deren Grundlage bieten die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt
eine private Zusatzrentenversicherung für aktive Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren und für
freiwillige Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes an. Die Beiträge sind von den Kommunen zu
entrichten. Die Versicherungsnehmer können diese Beiträge aus der eigenen Tasche
aufstocken.
Die SPD-Fraktion beantragt, diese Regelung auch in Halle einzuführen. Die Feuerwehrrente
gleicht einen Teil des hohen Aufwandes aus, den die Ehrenamtlichen tragen. So kann die
Allgemeinheit ein Stück dessen zurückgeben, was die Feuerwehrleute für die Sicherheit aller
leisten. Darüber hinaus bringt die Feuerwehrrente die Wertschätzung für die Leistungen der
Ehrenamtlichen in diesem Bereich zum Ausdruck und ist so – über den finanziellen Vorteil hinaus –
ein starkes Argument für eine Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr.
April 2009
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Konjunkturpaket optimal für Halle nutzen
Noch ist die Wirtschafts- und Finanzmarktkrise für viele nur eine Drohung am Horizont. Ihre
Auswirkungen auf unsere Stadt sind noch nicht sichtbar. Dennoch ist für den Start der
Gegenmaßnahmen Eile geboten.
Schnelles Handeln ist angesagt
Die Bundesregierung hat erfreulich schnell und außerordentlich konstruktiv gehandelt. Wir
begrüßen es sehr, dass der Bund sich dafür entschieden hat, etwa ein Drittel des Volumens der
Mittel im Rahmen des Konjunkturpaktes II den Kommunen zur Verbesserung besonders der
Bildungsinfrastruktur zu geben.
Auch das Land hat zügig begonnen, Voraussetzungen für eine schnelle Umsetzung der Finanzmittel
zu schaffen. Noch bevor die entsprechende Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land
unterschrieben war, erhielten die Kommunen eine Orientierung über die Bedingungen für
Förderanträge. Inzwischen werden in Magdeburg längst Anträge aus dem gesamten Land entgegengenommen
und gewichtet.
Die hallesche Stadtverwaltung hat der Stadt durch eine schnelle Antragstellung eine gute
Chance auf einen angemessenen Anteil an den auf Sachsen-Anhalt entfallenen Mitteln gesichert. Jetzt
kommt es darauf an, dass das Geld schnell ausgereicht wird. Wir wollen erreichen, dass möglichst
viele Maßnahmen noch 2009 begonnen oder umgesetzt werden.
Das Geld sinnvoll verwenden
Wir verzeichnen in fast allen Bereichen der städtischen Infrastruktur einen erheblichen
Investitionsstau. Der SPD-Fraktion liegen die noch abzuarbeitenden Sanierungsmaßnahmen bei Schulen
und Kindertagesstätten am meisten am Herzen. Anders als bei denkmalgeschützten Gebäuden oder im
Straßenbau fließen in diesem Bereich nicht regelmäßig Landesfördermittel. Darum ist es gut, dass
der Beschluss der Bundesregierung vorsieht, zwei Drittel der kommunalen Mittel aus dem
Konjunkturpaket im Bildungsbereich zu verwenden.
Für die Kinder in unserer Stadt ist das zusätzliche Geld am besten angelegt. Bessere
Umfeldbedingungen sind der wichtigste Beitrag, den die Stadt zur Sicherung eines guten
Bildungsniveaus leisten kann. Von der Kreativität, der Leistungsfähigkeit und dem Wissensstand der
Erwachsenen von Morgen hängt die Zukunft unserer Stadt ab, und schließlich sind es die Kinder von
heute, die durch die zusätzlichen Schulden des Bundes und der Länder belastet sein
werden.
März 2009
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Mehrkindfamilien bei KiTa-Gebühren entlasten
SPD-Fraktion beantragt Änderung der Gebührensatzung
Die anstehende Erhöhung der Gebühren in den kommunalen Kindertagesstätten hat im Stadtrat,
aber auch unter den Betroffenen eine längere Debatte über grundsätzliche Fragen und über eine Reihe
von Einzelheiten ausgelöst. Nachdem die Stadt trotz seit Jahren steigender Kosten
Gebührenerhöhungen lange vermieden hatte, sind sie nun nicht mehr zu umgehen. Um so mehr kommt es
der SPD-Fraktion darauf an, die Mehrbelastung möglichst gerecht auf den Kreis der Gebührenzahler zu
verteilen.
Das aus der Zeit der CDU/FDP-Regierung stammende Kinderförderungsgesetz des Landes setzt
diesem Bemühen enge Grenzen. So verbietet das Gesetz, Familien mit mehreren Kindern Ermäßigungen zu
gewähren, wenn nicht zugleich einkommensabhängige Ermäßigungen bewilligt werden. Der
Stadtelternbeirat, die Vertretung der Elternbeiräte aller halleschen Kindertagesstätten, hat zu
Recht eine Änderung dieser unsinnigen Regelung gefordert.
In den Beratungen des Stadtrates wurde mit der Kappungsgrenze der gesamten
Kindertagesstättengebühren, die eine Familie zu tragen hat, eine vernünftige Lösung gefunden,
wodurch eine Überbelastung von Familien mit mehreren kleinen Kindern vermieden wird. Besonders bei
Familien mit zwei Kindern wird so erreicht, dass die Gebühren tragbar bleiben. Die Kinder dieser
Familien besuchen oft gar nicht oder nur kurze Zeit gleichzeitig eine Kindertagesstätte. Bei
Familien mit mehr als zwei Kindern – sogenannten Mehrkindfamilien – tritt dieser Fall viel häufiger
ein. Diese Familien haben teilweise über viele Jahre Kindertagesstättengebühren für mehr als ein
Kind zu tragen. Zugleich sind sie häufig auf nur ein Einkommen angewiesen.
Um diese Gruppe zu entlasten, die besonders bei kleinen Kinder klein sind, finanziell stark
gefordert ist, beantragt die SPD-Fraktion die Kappungsgrenze von 300 € auf 280 € abzusenken. Damit
kann die Stadt diesen Familien helfen, ohne die Einnahmen der städtischen Kindertagesstätten stark
zu gefährden.
Februar 2009
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Zum Jahresbeginn 2009
Liebe Hallenserinnen und Hallenser,
die Mitglieder der SPD-Fraktion wünschen Ihnen allen ein gutes und gesundes Jahr 2009. Der
Stadtrat wird in der Mitte dieses Jahres neu gewählt. Wir stellen uns gern Ihrer Entscheidung. Die
SPD-Fraktion hat in den vergangenen fünf Jahren nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl
unserer Stadt gearbeitet. Wir haben dabei Verantwortung auch da nicht gescheut, wo unangenehme
Entscheidungen zu treffen waren. Dass die Stadt trotz angespannter Haushaltslage wichtige Vorhaben
wie der Umbau des Kurt-Wabbel-Stadions angehen kann, ist ein Ergebnis dieses verantwortlichen
Handelns.
Die Stadt kämpft weiterhin um die Rückgewinnung ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit. Auch
für 2009 gilt: Dies können wir nur schaffen, wenn das Land die längst überfälligen Eingemeindungen
nach Halle realisiert. Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung für ein kommunales
Investitionsprogramm. Halle hat in allen Bereichen großen Investitionsbedarf. Jetzt kommt es darauf
an, dass das Land uns auch ermöglicht, die Mittel des Bundes in Anspruch zu nehmen. Unsere
Haushaltslage erlaubt es uns, die entsprechenden Eigenanteile aufzubringen. Wir müssen es aber auch
dürfen.
Zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution ist für Halle und in Halle viel erreicht. Das
Grau der 80er Jahre ist aus dem Stadtbild gewichen. Auch wenn die Arbeitslosigkeit nach wie vor
eine drückende Last darstellt: Neue Ansätze einer zukunftsfähigen Wirtschaft in der Stadt sind
entstanden. Unternehmen der Kreativwirtschaft und wissenschaftsnahe Firmen beschäftigen tausende
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Menschen aus Ost und West wohnen, arbeiten und leben zusammen,
sind Freunde oder Lebenspartner geworden.
Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird auch an unserer Stadt nicht spurlos vorbeigehen. Um so
mehr gilt es, den sozialen Zusammenhalt aller Bürgerinnen und Bürger zu wahren. Eine soziale Stadt
anzustreben, bedeutet nicht nur, Benachteiligten zu helfen oder soziale Leistungen auszureichen.
Das Klima in unserer Stadt kann besser werden. Es ist leicht über Rücksichtnahme gegenüber
Schwächeren, Integration von ausländischen Mitbürgern, Gemeinsinn statt Eigennutz zu reden. Aber
jeder von uns kann etwas davon im Alltag Wirklichkeit werden lassen. Wir werden dafür
arbeiten.
Januar 2009
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Mindestlohn kann Stadthaushalt entlasten
Etwa 6.700 Menschen in Halle können derzeit von ihrem Arbeitsverdienst nicht leben, obwohl sie
in vielen Fällen in Vollzeit tätig sind. Sie sind auf staatliche Hilfe angewiesen und erhalten
ergänzend zum eigenen Einkommen Hartz IV-Leistungen. Die Stadt zahlt für ihren Anteil an diesen
Leistungen im Jahr 2008 allein ca. 13 Millionen Euro. Im Jahr 2009 werden die Kosten
voraussichtlich steigen.
Eine ganze Reihe von in Halle tätigen Unternehmen wälzt auf diese Weise Lohnkosten auf die
öffentliche Hand ab. Diese Unternehmen kalkulieren die Unterstützung für Ihre Arbeitnehmer von
vornherein ein. Mit diesem unseriösen Geschäftsmodell erzwingen sie nicht nur eine Subvention, die
ihnen sonst nicht gewährt würde. Sie bedrohen auch die Teile der jeweiligen Branche, die
auskömmliche Löhne zahlt. Mit Marktwirtschaft hat das nichts tun, mit sozialer Marktwirtschaft noch
weniger. Es ist ein Mindestgebot der Gerechtigkeit, dass der Staat hier eingreift und einen
auskömmlichen Mindestlohn gesetzlich vorschreibt.
Darüber hinaus würde ein Mindestlohngesetz den städtischen Haushalt in Millionenhöhe entlasten
und zur finanziellen Gesundung der Stadt beitragen. Das für diese unfreiwillige Subvention an
lohndrückende Arbeitgeber aufgewandte Geld kann helfen, die Altschulden abzutragen und damit
schneller als geplant wieder aus der Haushaltsnotlage herauszukommen. Erst nach deren Bewältigung
kann die Stadt aber wieder das tun, was gegenwärtig in viel zu geringem Umfang geschieht: in die
städtische Infrastruktur investieren. Ob beim Straßenbau, bei Schulen und Kindertagsstätten oder
bei den städtischen Museen, überall muss erheblicher Investitionsstau abgearbeitet werden. Dabei
sind es keineswegs nur die großen Vorhaben, die während der Haushaltsnotlage nur mit
Schwierigkeiten oder gar nicht gestemmt werden können. An vielen Stellen fehlt einfach das Geld für
kleine Anschaffungen oder Ersatzinvestitionen. Ein gesetzlicher Mindestlohn kann die Kommunen
schnell hier und wirkungsvoll entlasten und ihnen finanzielle Spielräume
zurückgeben.
Auch aus kommunalpolitischer Sicht steht für die SPD-Fraktion fest: Die Forderung nach einem
gesetzlichen Mindestlohn muss auf der Tagesordnung bleiben.
Dezember 2008
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Kulturförderung auf Großstädte konzentrieren
Zum neuen Theater- und Orchestervertrag
In diesen Tagen erreicht der „Vertrag über die Förderung der Bühnen der Stadt Halle (Saale)
für die Jahre 2009-2012“ den Stadtrat zur Beschlussfassung. Dieser Vertrag regelt der Höhe und die
Bedingungen der finanziellen Unterstützung des Landes für Staatskapelle, Oper, Kulturinsel und
Thalia-Theater. Der nun zu behandelnde Vertragsentwurf sieht eine erhebliche Mittelkürzung für die
Stadt Halle vor, während die Summe der durch das Land an alle Theater und Orchester in
Sachsen-Anhalt ausgereichten Mittel gleich bleibt. Die Verringerung der Landeszuschüsse um 1,5
Millionen € auf 11,9 Millionen € bis 2010 zwingt die Stadt noch 2009 zu zusätzlichen Einsparungen
bei der gerade erst gegründeten „Theater, Oper- und Orchester GmbH“. Auch wenn es gelingt, alle
bisherigen Angebote der einzelnen Einrichtungen in ihrer Substanz zu erhalten: Ein guter Start für
das Unternehmen ist das nicht.
Schwerpunkte statt Gießkanne
Aus Sicht der SPD-Fraktion ist die aktuelle Kürzung Teil einer insgesamt verfehlten
Kulturförderpolitik des Landes. Anstatt die Förderung auf Themen und Einrichtungen von landesweiter
und darüber hinausreichender Bedeutung zu konzentrieren, schwenkt der Kultusminister die Gießkanne.
Ein über den Bedürfnissen der einzelnen Region stehendes Landesinteresse wird weder formuliert,
noch durch Förderentscheidungen umgesetzt. Das Proporzdenken, das die Landespolitik hier leitet,
ist bequem. Es soll in allen Regionen des Landes für Zufriedenheit sorgt. Langfristig entstehen dem
Land aber erhebliche Nachteile, denn die Strahlkraft der Leuchttürme über die Grenzen unseres
kleinen Bundeslandes hinaus lässt unter diesen Bedingungen nach.
Fehlende Bereitschaft zu klaren Prioritäten
Der Mangel an Entscheidungsfreude hat bereits jetzt sichtbare Folgen. So hat das Land sich
bereits mit dem letzten Fördervertrag von einer direkten Bezuschussung des philharmonischen „
Landesorchesters“ verabschiedet. Einst trug das Land 80 Prozent der Kosten für das Orchester. Ab
2010 entspricht die gesamte Theater- und Orchesterförderung des Landes etwa den heutigen Kosten der
Staatskapelle. Es ist besonders ärgerlich, dass Landtag und Landesregierung die Absage an ein
Landesorchester nicht offen aussprechen. Die Stadt Halle wird wie in den vergangenen Jahren
versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Dies geschieht auch im Interesse des gesamten
Landes.
November 2008
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Entscheidung mit Weitblick
Der Planungsausschuss hat entschieden und wenn der Stadtrat am 29. Oktober dem folgt, sind der
Ausbau von Mansfelder Straße und Hallorenring sowie die Sanierung von Klausbrücke und Überbauung
der Gerbersaale damit auf einem guten Weg.
Der Ringabschnitt mit der Klausbrücke ist ein wichtiger Teil des Altstadtringes. Die
Straßenbahnverbindung nach Neustadt durch die Mansfelder Straße führt zudem über diesen Straßenzug.
Mansfelder Straße, Klausbrücke und Hallorenring befinden sich in einem schlechten Bauzustand. Hinzu
kommt, dass die Gerbersaale unter dem Hallorenring fließt und hier dringender Sanierungsbedarf am
Gewölbe besteht. Dieses teilweise 100 Jahre alte Gewölbe nimmt die Gerbersaale auf, dient als
Abwasserkanal und trägt zugleich die darüberliegende Straße.
Der Ausschuss hat es sich insbesondere mit der Verkehrsführung für das gesamte betroffene
Gebiet nicht einfach gemacht. Ein Zweirichtungsverkehr über den nördlichen Hallorenring, die
Klausbrücke und den Robert- Franz- Ring wurde in vielen Sitzungen diskutiert, Experten wurden
gehört, Stellungnahmen und Verkehrsprognosen wurden ausgewertet. Die Hoffnung bestand, dass mit
einer derartigen Regelung eine Entlastung für das Wohngebiet an der Ankerstraße erreicht werden
könnte und sich die Verkehrströme nach Neustadt bzw. in den Süden besser verteilen.
Im Ergebnis stellt sich die Situation für die SPD-Fraktion so dar, dass sich die gewünschten
Effekte eines Zweirichtungsverkehrs, laut Prognosen, nicht einstellen werden. Eine deutliche
Entlastung der Ankerstraße wäre danach nicht erreichbar. Der bauliche Mehraufwand von mehr als 2
Millionen Euro auch im Hinblick auf Maßnahmen für eine sichere Abwicklung des Fußgänger- und
Radverkehrs sowie des Straßenbahnverkehrs wäre damit nicht zu rechtfertigen. Um aber Entwicklungen
für die Zukunft nicht zu verbauen, sind wir der Meinung, dass die Baumaßnahmen an der Brückenplatte
der Klausbrücke so ausgeführt werden, dass eine Veränderung der Verkehrsführung zu einem späteren
Zeitpunkt möglich bleibt. Der Brückenbau ist eine Entscheidung für mehrere Jahrzehnte. Die
Ausbildung der Brückenplatte sollte deshalb auch die Option eines späteren Zweirichtungsverkehrs
berücksichtigen. Die Mehrkosten allein dafür bewegen sich in einer Höhe von etwa 300.000 Euro. Mit
Blick auf künftige Investitionsentscheidungen gerade auch am Standort Spitze erscheint uns dies
gerechtfertigt.
Wichtig ist es jetzt alle Maßnahmen zügig und solide weiter vorzubereiten, um 2010 in einem
Paket alles realisieren zu können und den Straßen- und Straßenbahnverkehr nur einmal unterbrechen
zu müssen.
Oktober 2008
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Stadt kann zum Erfolg der Hochschulen beitragen
An den drei Hochschulen in Halle studieren etwa 19.000 junge Männer und Frauen. Viele davon
ziehen von außerhalb für die Zeit des Studiums in unsere Stadt. Sie bereichern das Leben in Halle,
aber sie nutzen auch die städtischen Einrichtungen, die mit den Steuern der Hallenserinnen und
Hallensern finanziert werden. Da das deutsche Meldewesen von der – lebensfremden – Annahme ausgeht,
dass nicht der Studien-, sondern der Heimatort der Hauptwohnsitz des Studierenden ist, haben viele
der Studentinnen und Studenten von auswärts nur einen Nebenwohnsitz in Halle. Der Versuch der Stadt
aus dem Jahr 2001, nebenwohnsitzlich gemeldete Einwohner mit Hilfe einer Zeitwohnsitzsteuer an den
Kosten der auch von ihnen genutzten Infrastruktur zu beteiligen, ist vor Verwaltungsgerichten für
die Mehrzahl der Fälle, in denen Studierende betroffen sind, verworfen worden.
Studierende als Bürger gewinnen
In dieser Situation muss es im Interesse der Stadt sein, dass so viele auswärtige Studierende
wie möglich freiwillig ihren Hauptwohnsitz in Halle nehmen und so auch Bürgerinnen und Bürger der
Stadt werden. Den Studienort zum Hauptwohnsitz zu erklären, bringt in der Regel keine Nachteile für
die Studierenden und ist fair.
Um die freiwillige Ummeldung nach Halle zu unterstützen hat die SPD-Fraktion vorgeschlagen,
jedem Studierenden, der sich erstmalig hauptwohnsitzlich in Halle anmeldet, einmalig der
Semesterbeitrag sowie einmalig den Kauf eines Semestertickets durch die Stadt zu erstatten. Den
Kosten dieses Angebotes in Höhe von etwa 150 € pro Person stehen jährlich Einnahmen von etwa 1.000
€ je gemeldetem Studierenden gegenüber.
Hochschulstandort Halle für Studierende attraktiv machen
Den Hochschulen steht in den kommenden Jahren ein harter Wettbewerb um Studierende bevor. Vor
dem Hintergrund besonders in den neuen Bundesländern sinkender Abiturientenzahlen wird der
Wettbewerb um Studenten aber zur entscheidenden Zukunftsfrage für die Hochschulen und die
Hochschulstädte. Dies gilt um so mehr, als die Landesregierung die Personalausstattung der
Hochschulen in Sachsen-Anhalt mittelfristig an die Zahl der Studierenden knüpfen will. Hier zählen
neben den harten Faktoren wie Lehrausstattung, Ruf der Universität, Studierendenzahlen und
Ähnliches auch zunehmend weiche Standortfaktoren wie Wohnungsmarkt, Kulturangebote,
Semesterbeitrag, Semesterticket, aber eben auch solche „Geschenke“.
September 2008
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Mehrbelastung gerecht verteilen
Erhöhung der Gebühren bei Kinderbetreuung geht nur mit Sozialstaffelung
Die Debatte im Stadtrat um die Richtlinien zur Finanzierung der Kindertagesstätten hat es
bereits gezeigt. Nachdem die Gebühren seit fünf Jahren stabil geblieben und die Zuschüsse des
Landes nicht gestiegen sind, können die laufenden Kostenerhöhungen ab dem nächsten Jahr weder durch
die Träger noch allein durch den städtischen Haushalt aufgefangen werden.
Die SPD-Fraktion wird daran mitwirken, die notwendige Anhebung der Elternbeiträge so gering
wie möglich ausfallen zu lassen. Fest steht aber, dass Mehrbelastungen für Familien in Halle nicht
ganz vermeidbar sein werden.
Frühkindliche Bildung muss für alle bezahlbar bleiben
Es war und bleibt unser Ziel, möglichst viele Kinder in der Betreuung zu halten und ihnen so
den Zugang zu den Angeboten frühkindlicher Bildung zu ermöglichen. Vor 2003 wurde dieses Ziel
jahrelang durch sozial gestaffelte Elternbeiträge erreicht. Mit der Änderung des
sachsen-anhaltischen Kinderförderungsgesetzes im Jahr 2003 entstand eine Rechtslage, in der man
davon ausgehen musste, dass gestaffelte Elternbeiträge rechtlich nicht mehr durchsetzbar sein
würden. Bei steigenden Gebühren aber müssen die Chancen für eine Staffelung erneut ausgelotet
werden. Die SPD-Fraktion ist der Auffassung – dies wird auch durch die Rechtssprechung der
vergangenen Jahre gestützt – dass es möglich ist, die Gebühren wieder nach dem Einkommen der Eltern
zu bemessen, und dass dies der einzige Weg ist dauerhaft den Zugang von Familien aller
Einkommensgruppen zu Kinderbetreuung und frühkindlicher Bildung zu sichern.
Bedeutung von Kinderbetreuung erkennen
Es wird notwendig sein, eine Diskussion zu führen, die viele Einzelfragen im Zusammenhang mit
der Ausgestaltung der Gebührenstaffelung klärt. Bei allem Für und Wider in den Details darf der
Stadtrat nicht aus den Augen verlieren, dass hier ein entscheidender Beitrag zur Herstellung von
Chancengleichheit für alle Kinder am Beginn des Schullebens geleistet werden kann. Dafür werden wir
im Stadtrat streiten.
August 2008
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Stichwort: HAVAG
Zur Diskussion um Direktvergaben von Nahverkehrsdienstleistungen an die HAVAG
Die Wettbewerbsregelungen der Europäischen Union werden in den kommenden Jahren die
Bedingungen für die Vergabe von kommunalen Aufträgen für Dienstleistungen im Nahverkehr weiter
verändern. Gegenwärtig werden diese Dienstleistungen in Halle durch ein städtisches Unternehmen
realisiert: die HAVAG. Das wird zukünftig keine Selbstverständlichkeit mehr sein.
Keine risikoreichen Schnellschüsse zulassen
Die EU will auch diesen Bereich der kommunalen Dienstleistungen für den Wettbewerb öffnen.
Nach 2009 sollen sich die kommunalen Nahverkehrsunternehmen neben privaten um die Leistungsbringung
im Nahverkehr bewerben müssen. Voraussichtlich wird die EU neben dem Wettbewerbsmodell auch
zulassen, die Konzessionen für Nahverkehrsdienstleistungen unter bestimmten Bedingungen direkt an
das kommunale Unternehmen zu vergeben.
Die EU-Richtlinie „Nahverkehrsdienstleistungen“, die die Bedingungen für eine mögliche
Direktvergabe definieren wird, tritt allerdings erst am 1.1.2009 in Kraft. Für deren nationale
Umsetzung muss der Deutsche Bundestag das Personenbeförderungsgesetz anpassen. Es besteht
gegenwärtig keine Klarheit, wie diese Anpassung im Einzelnen aussehen wird. Daher können weder die
Bedingungen definiert werden, unter denen nach 2009 Direktvergaben möglich sind, noch steht fest,
ob es überhaupt notwendig wird, dieses Instrument einzusetzen.
Jetzt öffentlich Kurs auf Direktvergaben zu nehmen, heißt nur die Rechtsposition derer in
Deutschland zu stärken, die Wettbewerb auf Kosten der städtischen Verkehrsunternehmen
wollen.
SPD steht für kommunale Unternehmen
Es wäre daher unredlich, die Mitarbeiter der HAVAG jetzt ohne Not zu verunsichern. Die in den
vergangenen Jahren erreichte Wettbewerbsfähigkeit der HAVAG zu sichern und auszubauen, ist der
einzig sichere Schutz für die Arbeitsplätze der Belegschaft. Die SPD-Fraktion wird gemeinsam mit
dem Unternehmen diesen Weg weitergehen. Wir wollen, dass der Nahverkehr in Halle dauerhaft von
einem städtischen Unternehmen durchgeführt wird.
Für uns geht es dabei nicht nur um 800 Arbeitsplätze, sondern auch um gesicherte Qualität,
bezahlbare Tarife und langfristige Planbarkeit der ÖPNV-Anbindung aller Stadtteile für mehr als
200.000 Hallenserinnen und Hallenser.
Juni 2008
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Grün in ganz Halle erhalten - Für eine Änderung der Baumschutzsatzung
Baumschutz ist unerlässlich
Man muss nicht Luftbilder unserer Stadtteile betrachten um zu wissen: Halle ist eine grüne
Stadt. Die Baumschutzsatzung sichert nicht nur wertvolle einzelne Bäume. Sie trägt dazu bei, dass
das Grün im Gesamtbild der Stadt im Bestand erhalten bleibt. Muss ein Baum gefällt werden, ist der
Verursacher der Fällung verpflichtet, für eine Ersatzpflanzung im Stadtgebiet zu
sorgen.
Stadtumbau verändert die Verteilung von Grün
Der Abriss in einzelnen Stadtteilen wie in der Silberhöhe oder in der Neustadt hat Platz für
die großflächige Pflanzung von Gehölzen geschaffen. Der anlässlich der 1200-Jahrfeier mit Spenden
hallescher Bürgerinnen und Bürger angelegte Jubiläumshain auf der Silberhöhe ist ein Beispiel für
gelungene Begrünung in einem solchen Gebiet. Diese Flächen bieten mittlerweile nahezu
unbegrenzt Gelegenheit, Ersatzpflanzungen für Fällungen an anderen Stellen der Stadt vorzunehmen.
Bereits heute machen Grundstückseigentümer und Wohnungsunternehmen von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Setzt sich diese Tendenz fort, besteht die Gefahr, dass in Bereichen wie der nördlichen Altstadt
bei Sanierungen von Häusern und der Umgestaltung von Grundstücken nach und nach viele Bäume
verloren gehen, während die Ersatzpflanzungen großflächige Grünzüge an den Rändern der Stadt
abrunden.
Baumschutz in jedem Stadtteil sichern
Ein Baum oder eine Reihe von Straßenbäumen in einem Wohngebiet erfüllen, auch wenn ihre Zahl
relativ klein ist, wichtige Funktionen. Sie spenden Schatten, bieten Lebensraum für Insekten und
Vögel und verbessern das Mikroklima. Wo ein Baum ersatzlos gefällt wird, geht Lebensqualität
verloren. Die SPD-Fraktion ist initiativ geworden, um der Gefahr der Ausdünnung des Grüns in
einzelnen Quartieren zu begegnen. Wir haben im Stadtrat den Antrag gestellt, die Baumschutzsatzung
dahingehend zu ändern, dass Ersatzpflanzungen - wenn möglich - in räumlicher Nähe zum Ort der
vorausgegangenen Fällung vorzunehmen sind. Das dient dem Erhalt des Grüns in jedem Quartier unserer
Stadt.
Mai 2008
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Franz Peters – engagierter Kommunalpolitiker und mutiger Demokrat
Am 23. März jährte sich der Beschluss über das Ermächtigungsgesetz im Deutschen Reichstag zum
75. Mal. Die sozialdemokratischen Abgeordneten stellten sich an diesem Tag gegen den Versuch der
Nationalsozialisten, ihrer Machtergreifung einen Schein von Legalität zu geben. „Das Nein zum
Ermächtigungsgesetz rettete“, wie der Historiker Heinrich August Winkler urteilt, "die Ehre nicht
nur der Sozialdemokratie, sondern der deutschen Demokratie überhaupt.“ Jeder der
sozialdemokratischen Abgeordneten, die am 23. März 1933 zur Abstimmung erschienen, musste mit
Verhaftung und Folter rechnen. 16 Mitglieder der Fraktion, darunter Julius Leber, waren bereits
verhaftet worden. Der frühere Innenminister Carl Severing wurde am 23. März direkt vor dem
Sitzungssaal verhaftet.
Zu den 94 Reichstagsabgeordneten der SPD, die an diesem Tag dennoch mutig mit Nein stimmten,
zählte auch ein Parlamentarier aus Halle: Franz Peters. Trotz schlechten gesundheitlichen Zustandes
- Peters litt unter einer schweren Herzkrankheit, die sich seit Anfang 1933 verschlimmerte - ließ
er es sich nicht nehmen, Nein zu Hitler und zur Diktatur zu sagen. Der 1888 in Giebichenstein
geborene Peters war 1907 in die SPD eingetreten. Er amtierte von 1919 bis 1922 als Sekretär des
Bezirksverbandes Halle der USPD und von 1922 bis 1933 als Bezirkssekretär der SPD. Ab 1927 hatte er
zusätzlich den Vorsitz des Bezirksverbandes inne. Ab 1924 vertrat er den Wahlkreis 11, der Halle
und Merseburg einschloss, für die Sozialdemokratie im Reichstag. Peters erwarb sich auch als
Kommunalpolitiker Verdienste um die Stadt Halle. Von 1929 bis 1933 führte er als Stadtverordneter
die SPD-Fraktion in der halleschen Stadtverordnetenversammlung. Sein Einsatz für die Demokratie
machte Peters zu einem bevorzugten Hassobjekt der Nationalsozialisten. Seit Beginn der 30er Jahre
musste er zeitweise unter Polizeischutz gestellt werden.
Wenige Wochen nach dem Beschluss über das Ermächtigungsgesetz – am 10. Mai 1933 – wurde Peters
verhaftet. Im Untersuchungsgefängnis verschlechterte sein Gesundheitszustand sich dramatisch. Am
11. August 1933 starb Franz Peters an den Folgen der Haft. Die SPD-Stadtratsfraktion gedenkt des
engagierten Kommunalpolitikers und mutigen Demokraten.
April 2008
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Altstadt und Neustadt besser verbinden
Salinehalbinsel darf nicht zum Niemandsland werden
Mit der Aufgabe des Betriebes im Karstadt-Kaufhaus an der Mansfelder Straße wurde deutlich
sichtbar, was sich schon seit einiger Zeit allmählich vollzieht: Die Verbindungslinie zwischen der
halleschen Altstadt und dem Stadtteil Halle-Neustadt von der Ankerstraße bis zum Rennbahnkreuz
trennt beide mehr als sie zu verbinden. Gewiss, die Straßenbahn bringt ihre Fahrgäste schneller als
je zuvor von einem Stadtteil in den anderen. Für Fußgänger und Radfahrer aber stellt die Strecke
sich vor allem morgens und abends als hindernisreiches und unattraktives Niemandsland dar.
Nicht nur dass die Überquerung von Hallorenring und Robert-Franz-Ring auf der einen und
Rennbahnkreuz auf der anderen Seite für Radfahrer und Fußgänger aufwändig und zeitraubend sein
kann. In der Mitte fehlen attraktive Ziele, die auch zum Verweilen einladen. Das Halloren- und
Salinemuseum sowie das Salinebad allein reichen nicht aus, um die Salinehalbinsel zu
beleben.
IBA nutzen - Mitte beleben
Der hallesche Beitrag zur Internationalen Bauausstellung 2010 „Stadtumbau“ wird sich unter dem
Motto „Doppelstadt“ auch der Salinehalbinsel widmen. Der Fachbereich Stadtentwicklung und –planung
sieht unter anderem den Bau einer Fußgängerbrücke von der Saline zur Pfälzer Straße, die Aufwertung
des Sophienhafens und einer Anlegestelle für Wasserwanderer vor. So wichtig diese Maßnahmen sind,
sie reichen nicht aus, Altstadt und Neustadt eine lebendige Verbindung zu geben. Die SPD-Fraktion
regt daher an, gemeinsam mit Stadtrat und Planern zu überlegen, was im Vorfeld der IBA noch getan
werden kann. Wenn für das Karstadt-Warenhaus keine dauerhafte neue Nutzung gefunden wird, müssen
wir noch in diesem Jahr erreichen, dass zumindest vorübergehend wieder Leben in das Gebäude
einzieht. Darüber hinaus sollte darüber nachdacht werden, wie die Überquerung des Rennbahnrings
insbesondere für Radfahrer vereinfacht werden kann. Auch wenn bis 2010 nicht alles baulich
umgesetzt werden kann: Stadtrat, Planer und Bürger sollten das Motto der IBA mit Leben erfüllen und
sich an der Diskussion über diese Frage beteiligen. Gute Ideen sind willkommen!
März 2008
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Zweifel an Haltung des Landes bleiben
Zur Frage des Standorts für das Geistes- und Sozialwissenschaftliche Zentrum
Bereits vor zehn Jahren hat das Land die schon damals überfällige bauliche Zusammenfassung der
geistes- und sozialwissenschaftlichen Institute und ihrer Bibliotheken ins Auge gefasst. Im Jahr
2000 stand der Standort fest – die Spitze. 2001 einigten sich Stadt und Land auf die Auslobung
eines Hochbauwettbewerbs. Dann werden normalerweise die Planung und Bauausschreibung ausgelöst.
Nicht so im Fall des GSZ. Das Land fand seit 2001 immer wieder Gründe, die endgültige Entscheidung
über die Errichtung des Gebäudes hinauszuschieben. Bis heute ist kein Baubeginn in
Sicht.
Minister ist dagegen
Minister Olbertz brachte nach seinem Amtsantritt im Jahr 2002 einen anderen Standort ins
Spiel, das Viertel um die August-Bebel-Straße. Noch 2006 hielt er an den Grundaussagen des
Standortvergleichs zwischen Spitze und Bebelstraßen-Viertel fest. Da war längst klar, dass das
Gutachten von einer Reihe falscher Voraussetzungen ausgegangen war und weder zur Machbarkeit noch
zu Kosten, verwendbare Aussagen lieferte. So ergab das Gutachten einen Kostennachteil von 8 bis 10
Mio. € für die Spitze. Danach favorisierte der Minister den Standort Emil-Abderhalden-Straße, für
den jetzt nach Intervention des Landesrechnungshofes 6 Mio. € mehr als ursprünglich vom
Kultusministerium berechnet, damit also rund 50 Mio €, ausgegeben werden sollen. Um das Angebot für
die Spitze von 44 Mio. € zu diskreditieren, redet der Minister von hohen zusätzlichen finanziellen
Risiken an diesem Standort. Zu einem solchen Angebot aber gehört es, dass dieses Risiko bei
demjenigen liegt, der es abgibt und insofern dem Kultusminister kein Kopfzerbrechen bereiten
sollte.
Viele Fragen bleiben
Unklar bleibt, in welchem Ausmaß die planungs- und baurechtlichen Probleme in die Bewertung
des Areals an der Emil-Abderhalden-Straße kalkuliert worden sind. Allein die Verkehrsführung am
Steintor wirft beträchtliche Probleme auf. Vor allem müssen Minister Olbertz und die
Landesregierung erklären, warum eine über die Baukosten hinausgehende
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für beide Standorte unterblieben ist. Würde eine solche Berechnung
möglicherweise offenbaren, dass ein auf mehrere Gebäude verteiltes GSZ, das teilweise
Denkmalsubstanz mit einzubeziehen hat, enorm viel höhere Betriebs- und Bewirtschaftungskosten
verursachen würde als ein kompaktes Gebäude an der Spitze?
Fest steht, wer schon jetzt die Zeche für zehn Jahre Hickhack um das GSZ zahlt: die
Universität und die Stadt. Der daraus resultierende Imageschaden trifft dabei letztlich alle
Hallenser.
Februar 2010
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Gutjahrbrunnen als Zeugen der Salzgewinnung zügig sanieren!
Sachzeuge des mittelalterlichen Halle
Der Gutjahrbrunnen ist der einzige erhaltene authentische Sachzeuge der Salzgewinnung in Halle
im Mittelalter. Die vier Solequellen in der Umgebung des Hallmarktes, zu denen er gehört, waren die
Basis für den Aufstieg unserer Stadt und Rückgrat der städtischen Wirtschaft für fast ein
Jahrtausend hallescher Geschichte. Der Brunnen, der bis 1955 in Betrieb war, ist erhalten und
könnte nach einer Sanierung sogar wieder in Betrieb genommen werden.
Sanierungsbeschluss im Jubiläumsjahr
Einer bürgerschaftlichen Initiative in Vorbereitung der 1200-Jahr-Feier folgend, beschloss der
Stadtrat im Juli 2006, den Gutjahrbrunnen baulich wiederherzustellen. Zugleich sagte die HWG zu,
das Haus Oleariusstraße 6, in dem der Brunnen sich befindet, zu sanieren.
Künftig touristischer Anziehungspunkt
Der Planung zufolge soll um den wieder betriebsfähigen Brunnen herum ein touristischer
Anziehungspunkt von hoher Attraktivität entstehen, der auf die reiche Salzgeschichte der Stadt und
das Halloren- und Salinemuseum hinweist. Das Land hat der historischen und touristischen Bedeutung
des Brunnens Rechnung getragen und noch im Herbst 2006 Fördermittel für die Sanierung zur
Verfügung gestellt. Aus bautechnischen und organisatorischen Gründen begannen die Baumaßnahmen erst
im August 2007 und sind bis heute nicht abgeschlossen.
Rasches Handeln notwendig
Das Land hat die Frist zur Abrufung der Fördermittel mehrfach verlängert, nun letztmalig bis
Ende Mai 2008. Nun sind alle Beteiligten – städtische Fachbereiche, HWG und Baufirmen – gefordert,
die Sanierung Hand in Hand zügig voranzutreiben.
Gutjahrbrunnen mit Priorität
Die SPD-Fraktion erwartet, dass der Gutjahrbrunnen im Geschäftsbereich Planen und Bauen
Chefsache wird und der Beigeordnete Herr Dr. Pohlack selbst Sorge für die Einhaltung des Termins
trägt.
Januar 2008
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SPD-Fraktion fordert NPD-Verbot
Schwerpunktthema der Klausurtagung
Die SPD-Stadtratsfraktion diskutierte auf ihrer Klausurtagung Ende November über Formen der
Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten in den kommunalen Parlamenten. Hintergrund dieser Debatte
ist die Tatsache, dass bei den Kreistagswahlen im Sommer diesen Jahres Vertreter der rechtsextremen
NPD den Einzug in sieben Kreistage Sachsen-Anhalts geschafft haben. Zu den Gästen der Fraktion
zählten deshalb Mitglieder von Kreistagsfraktionen aus benachbarten Kreisen, die bereits
Erfahrungen mit Rechtsextremisten im Kreistag machen mussten. Auch Mitglieder der Landtagsfraktion
diskutierten mit, da dieses Thema auch auf Landes- und Bundesebene aktuell ist.
Paradox: Die Rechtsextremisten lehnen demokratische Institutionen ab – gleichzeitig beteiligen
sie sich an Wahlen innerhalb des demokratischen Systems. Nach erfolgreicher Wahl erhalten sie
Zugang zu öffentlichen Mitteln. In ihren Erklärungen, Anfragen und Anträgen treten ihre
menschenfeindlichen und antisemitischen Ansichten dann immer wieder offen zu Tage.
Zivilcourage gefordert
Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus erfordert entschiedenes Handeln aller
Demokraten – auch im täglichen Umgang. Ein hervorragendes Beispiel
hierfür bietet der Manager eines Hotels in Dresden, der den NPD-Fraktionsvorsitzenden im
sächsischen Landtag ausdrücklich auslud und ankündigte, dass er, sofern eine Stornierung der
gebuchten Zimmer aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, die getätigten Umsätze an die Dresdener
Synagoge spenden wird.
Rechtstaatliche Instrumente nutzen
Die SPD-Stadtratsfraktion wird ihre Kontakte zu den bestehenden Netzwerken für Toleranz und
gegen Fremdenfeindlichkeit weiter intensivieren. Die Stadträte werden den Informationsaustausch
über rechtsextreme Aktivitäten mit zivilgesellschaftlichen Akteuren verstärken. Dabei spielt der „
Präventionsrat gegen Rassismus, Gewalt und Kriminalität - für Toleranz und Integration“ eine
wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus in unserer Stadt. Die inhaltliche
Auseinandersetzung mit den Argumenten der Rechtsextremen ist unabdingbar. Gleichzeitig aber sind
alle rechtsstaatlichen Instrumente einzusetzen. Unabhängig von der Arbeit vor Ort muss die
verfassungsfeindliche NPD bundesweit verboten werden. Entsprechende politische Initiativen auf
Bundesebene wird die SPD-Stadtratsfraktion nachdrücklich unterstützen.
Dezember 2007
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Kommunalpolitiker vor Ort
SPD-Fraktion besuchte Stadtwirtschaft GmbH
Auf Vorschlag des Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion und Mitglied des Aufsichtsrates der
Stadtwerke Halle GmbH, Gottfried Koehn, besuchten Vertreter der SPD-Stadtratsfraktion im Rahmen der
Veranstaltungsreihe Kommunalpolitiker vor Ort im Oktober die Stadtwirtschaft GmbH. Vor Ort
informierten sich die Stadträte über die aktuelle Situation des kommunalen Unternehmens. Bei einem
Rundgang über das Gelände in der Äußeren Hordorfer Straße lernten die Kommunalpolitiker die
Stadtwirtschaft als modernes Dienstleistungsunternehmen und kompetenten Berater in allen
Entsorgungs- und Verwertungsfragen kennen. Denn neben der Entsorgung ist die energetische und
stoffliche Verwertung der Abfälle Ziel unternehmenseigener Tätigkeiten. Mit ca. 400 Mitarbeitern
bietet die Stadtwirtschaft maßgeschneiderte Entsorgungskonzepte und individuelle Lösungen. Sie
fungiert ebenso als Auftraggeber für private Partner.
Ausbildungsbetrieb mit effizienten Strukturen
Durch die vielfältigen Aufgaben, die durch das Unternehmen zu leisten sind, verfügt die
Stadtwirtschaft über die Möglichkeit, derzeit insgesamt 19 jungen Menschen in verschiedenen
Ausbildungsberufen auszubilden. Sehr anschaulich stellte sich dies in der unternehmenseigenen
Fahrzeugwerkstatt dar. Dass die Stadtwirtschaft GmbH dabei gut aufgestellt ist, zeigte die
Diskussion zwischen den Kommunalpolitikern und den Unternehmensvertretern: beim Vergleich mit
anderen deutschen Entsorgungsunternehmen schneidet das hallesche Unternehmen durchweg
überdurchschnittlich gut ab.
Veranstaltungsreihe ermöglicht Informationsaustausch
In ihrer Veranstaltungsreihe „Kommunalpolitiker vor Ort“ besuchen die halleschen
Sozialdemokraten seit Jahren Unternehmen in Stadt und Region. Dabei wird gezielt das Gespräch mit
Betrieben und Einrichtungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen gesucht. Die bisherigen
Gesprächstermine führten die SPD-Fraktion unter anderem zum Flughafen Leipzig-Halle, zur
Elektro-Thermit GmbH, die ihren Unternehmenssitz nach Halle verlegte, zum Management des halleschen
Hauptbahnhofs und zum Pumpen- und Armaturenhersteller KSB. Die Unternehmensbesuche dienen
einerseits dem Informationsgewinn der Kommunalpolitiker. Andererseits haben die Unternehmen die
Möglichkeit, auch mal darzustellen, wo ihnen „der Schuh drückt“. Sowohl hallesche Stadträte, als
auch Landtags- und Bundestagsabgeordnete nehmen diese Hinweise gerne auf.
November 2007
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Fachdiskussion von Kultur bis Stadtumbau: Arbeitskreise unterstützen Fraktionsarbeit
Die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Stadträtinnen und Stadträte und die zu behandelnden Probleme
sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden, die Zahl der Gremien ist beträchtlich
gewachsen. Damit sind Belastung und Verantwortung jedes Einzelnen weiter gestiegen.
Um dieser Entwicklung angemessen zu begegnen, haben wir auch zu Beginn dieser Wahlperiode
Arbeitskreise ins Leben gerufen, die aktive Hilfestellung für die Fraktionsarbeit leisten. Dabei
handelt es sich um fest zusammengesetzte, kleine Arbeitsgruppen, die mehrere Themenfelder
zusammenfassen und aus den jeweils zuständigen Stadträten, sachkundigen Einwohnern sowie weiteren
externen Fachleuten bestehen. Zwei dieser Arbeitskreise möchten wir heute vorstellen.
Der Arbeitskreis Kultur, geleitet von Dr. Günter Kraus, Stadtrat 2000 bis 2004, beschäftigt sich
sowohl mit der konkreten Situation hallescher Kultureinrichtungen als auch mit strategischen Fragen
wie den „kulturpolitischen Leitlinien“ der Stadt Halle. Insgesamt wird von einem umfassenden
Kulturbegriff ausgegangen, der u.a. auch die Bildenden Künste sowie die aufblühende hallesche
Medienszene einbezieht. Damit ist es möglich, über den Rahmen der Arbeit des Kulturausschusses des
Stadtrats hinaus Initiativen in die Fraktion hineinzutragen.
Der von Dr. Ralf Müller-Gerberding, Stadtrat 1990 bis 1999 und ehemaliger Vorsitzender des
Planungsausschusses, geleitete Arbeitskreis Stadtentwicklung umfasst die Arbeitsbereiche des
Planungsausschusses, des Wirtschaftsförderungsausschusses sowie des Ordnungs- und
Umweltausschusses. Hieraus ergibt sich ein breit gefächertes Themenspektrum. Einen Schwerpunkt der
letzten Sitzungen bildete das Thema Stadtumbau, wobei das Integrierte Stadtentwicklungskonzept zum
Teil auch sehr kontrovers diskutiert wurde. Dabei wurden die Konfliktlinien deutlich, die in dem
komplexen Prozess des Stadtumbaus bei Einzelentscheidungen berücksichtigt werden müssen.
Die Arbeitskreise der SPD-Fraktion verstehen sich auch als Gremien, in denen aktuelle Themen
zeitnah und ausführlich diskutiert werden können. Damit ist es einerseits möglich, komplexere
Sachverhalte aufzubereiten und vorzustrukturieren. Andererseits sehen wir unsere Arbeitskreise auch
als Schnittstellen zwischen Fraktion und Bürgerschaft, wobei Ideen und Vorschläge von Bürgerinnen
und Bürgern besprochen und in die Fraktion eingebracht werden. Die Koordinierung erfolgt über
unsere Fraktionsgeschäftsstelle.
Oktober 2007
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Mitteldeutscher Dialog
SPD-Stadtratsfraktionen Halle und Leipzig trafen sich zum Gespräch auf dem Flughafen
Die Vorstände der SPD-Stadtratsfraktionen aus Halle und Leipzig trafen sich am Montag,
dem 3. September 2007, zu einer gemeinsamen Sitzung auf dem Gelände des mitteldeutschen Flughafens
Leipzig/Halle. Damit setzt die SPD-Stadtratsfraktion ihre Strategie fort, im Dialog mit den
Stadträten anderer Kommunen Konzepte und Ideen auszutauschen, die in anderen Städten bereits
erfolgreich umgesetzt wurden.
Hallesche PPP-Projekte stoßen auf großes Interesse
Besonders breiten Raum nahm der Informationsaustausch hinsichtlich der in Halle bereits weit
vorangeschrittenen PPP-Projekte (Private Public Partnership) bei Neubau bzw. Sanierung und
Gebäudemanagement von Schulen und Kitas ein. Die Vertreter der Halleschen SPD-Fraktion erläuterten
die Verfahrensweise und konnten darauf verweisen, dass die halleschen PPP-Projekte als
Bundespilotprojekte ausgewählt wurden. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass sich mit Hilfe von
privatem Know-How Sanierung und Neubau besser und kostengünstiger verwirklichen lassen als durch
die öffentliche Hand. Die Stadt schafft damit neben den baulichen, sprich materiellen,
Voraussetzungen auch die strukturellen Voraussetzungen für das umfassende Projekt „Bildung
elementar“. Der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister und jetzige Bundesminister Wolfgang Tiefensee
lobte im Dezember 2006 die gemeinsam erarbeiteten Arbeitshilfen, die nun als „Blaupause“ bundesweit
auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.
Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den Fraktionsvorständen standen weiterhin die
Intensivierung der Zusammenarbeit in der Wirtschaftsförderung und die weitere Kooperation bei
Bachfest und Händelfestspielen. Die Vertreter der beiden Fraktionen informierten auch über die
jeweilige finanzielle Situation der Städte.
Ziel: Mitteldeutschland
Ebenso wie die Verwaltungsspitzen beider Städte wollen wir auf Fraktionsebene die Kontakte
intensivieren und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg verstärken, waren sich Gottfried
Koehn, Vorsitzender der SPD-Fraktion Halle und Axel Dyck, Vorsitzender der SPD-Fraktion Leipzig
einig. Der mitteldeutsche Raum stellt neben Berlin die zweite große Wachstumsregion im Osten
Deutschlands dar und steht - bei allen Problemen - nach Meinung von vielen Experten am Beginn eines
neuen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs. Die beiden Stadtratsfraktionen unterstützen
auch deshalb das mittelfristige Ziel eines gemeinsamen Bundeslandes Mitteldeutschland.
September 2007
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